Ein Sommerblumenstrauß gehört im Seminarraum mit dazu.
Wochenvorfreude
Vorfreude: Ich lerne neue Klientinnen und Klienten in dieser Woche kennen, die sehr spannende Themen mitbringen von der Frage nach der Verpflichtung, sich um ein schwerbehindertes Geschwisterkind langfristig kümmern zu müssen (woher kommt mir so eine Frage nur bekannt vor) bis zu einer Coachinganfrage, die für meine Ohren (das Erstgespräch kommt erst) jedoch eher in die therapeutische Richtung geht, weil Burnout nicht ins Coaching gehört, höchstens die Prophylaxe desselben. Freude auch, weil ein Team gleich mehrere Folgetermine vereinbart hat, um sich selbst besser aufzustellen für kommende Herausforderungen.
Im Hintergrund laufen die Korrekturen für gleich zwei Holunderelfe-Ausgaben, das Herbstheft, das zugleich Jubiläumsheft ist, denn die #Holunderelfe gibt es dann schon zehn Jahre, und die dritte Frauenkraft-Ausgabe. Ich gehöre mit zu den ersten Menschen, die die Texte lesen dürfen als Lektorin und freue mich jedes Mal über das gedruckte Heft, wenn die wundervollen grafischen Umsetzungen von Kristin Ritschel dazugekommen sind.
Kommt gut hinein in diese Woche!
Wem heute nach blauer Stunde ist – hier für euch extra in blau Stephanies Foto. Danke dafür!
Wochenspruch
Zu bergen Geistgeschenk im Innern
Gebietet strenge mir mein Ahnen
Dass reifend Gottesgaben
In Seelengründen fruchtend
Der Selbstheit Früchte bringen.
Wochenspruch aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner
Danke an Stephanie für das Augenferienbild dazu.
Nächste Kruschelaktion
Das Gekruschel geht weiter. Der Hauswirtschaftsraum ist final durchsortiert, der Apothekerschrank ebenfalls. Das nächste Großprojekt wird im August über die Bühne gehen. Nachdem vor einigen Jahren die Buchneusortieraktion (unser Haus besteht vermutlich überwiegend aus selbigen) wegen Schulterbruch des Gemahls ein wenig unsortiert zu Ende ging und ich seitdem am Suchen bin (und mehrere Titel neu gekauft habe, obwohl ich sie besitzen muss, nur nie gefunden), will ich im August endlich mal ALLE Bücher im gesamten Haus in der Praxis auf Tischen auslegen, neu thematisch zusammenstellen und in den beiden Hauptbibliotheken im Haus ordentlich verräumen. Ich muss endlich wieder Bücher finden ohne stundenlanges Suchen. Mein Kopf hat noch die alte Buchsortierordnung vom vorigen Haus – wir wohnen jetzt fast 17 Jahre hier. Zeit für Neues. Das ist die letzte Großaktion für dieses Jahr in meiner Traumvorstellung. Am liebsten wäre uns ein leerer Speicher (darin befindet sich die unsichtbare riesige Büchersammlung des Hauses und beherbergt die gesamte Kinder- und Jugendbibliothek unserer Kinder). Wir möchten Stück für Stück anfangen, Luft zu schaffen. Was bei einem Menschen, der alles brauchen kann („wirst sehen, sowie du das weggegeben hast, brauchen wir das sofort wieder und müssen es neu kaufen!“) ein Abenteuer ist. Ich räume es vorne in Kartons für den Sperrmüll und hinten wird es leise und sacht wieder eingeräumt. In meinen Ohren höre ich schon die entsetzten Töchter, wenn sie das mal ausräumen müssen und sich fragen: „WAS???? Das haben die immer noch?!“
Ein freundliches Wochenende allen mit vielleicht angenehmeren Temperaturen.
Stephanies Foto schenkt Seelenruhe. Danke für das Bild!
Wie liegt die Welt so frisch
Wie liegt die Welt …
Wie liegt die Welt so frisch und tauig
vor mir im Morgensonnenschein.
Entzückt vom hohen Hügel schau ich
ins grüne Tal hinein.
Mit allen Kreaturen bin ich
in schönster Seelenharmonie.
Wir sind verwandt, ich fühl es innig,
und eben darum lieb ich sie.
Und wird auch mal der Himmel grauer;
wer voll Vertrau’n die Welt besieht,
den freut es, wenn ein Regenschauer
mit Sturm und Blitz vorüberzieht.
Wilhelm Busch, 1832-1908
Vom Goetheanum aus geht der Blick übers Glashaus Richtung Basel.
Erfreuliches
Heidelbeeren direkt frisch vom Busch – der Bruder strahlt. Er liebt Heidelbeeren und diese wachsen direkt vor dem Wohnzimmerfenster. Jeden Tag schaut er, wie weit die Beeren sind. Seit dem ersten Blatt im Frühling ist das unser täglicher Blick: Was machen die Heidelbeeren? Gestern gab es 17 Beeren, das Frühstück war eine Freude. Bald kommen die Brombeeren, die wandern in die Saftflaschen, ebenso Holunderbeeren und Aronia, die mit jedem Tag mehr Farbe bekommen. Das sind Geschenke vom Feinsten, die der Garten uns jedes Jahr in wechselnder Menge beschert. Dafür habe ich in dieser Woche auch den total chaotischen Vorratsraum durchsortiert. Alle leeren Flaschen und Gläser, die auf Füllung warten, stehen griffbereit, alles durchsortiert und die Frage bewegt: wie lange hält sich Reis? Ewig. Wunder der Woche: Wir haben ein Glas Honig von unseren eigenen Bienen aus dem Garten gefunden. Mehrere Jahre standen Bienenstöcke im Garten, dann gab es einen ungeplanten Schwärmmoment und wir haben die Stöcke den Jungimkern im Nachbardorf zum Üben überlassen. Wir werden im Winter dieses Glas aufmachen und uns erinnern, wie wunderbar das Wachs im Gartenhaus immer gerochen, wie herrlich es geblüht hat und dass wir damals durchaus im jungen Garten erstaunliche Ernten hatten.
Bienenfest vom Feinsten, Danke an Beate für das tolle Foto.
Gute Orte
Im Basler Totengässlein ist ein kleines Museum daheim, das sehenswert ist: das Pharmaziemuseum. Im lauschigen Hof dort lässt es sich gut sein.
Erstaunlich
Manche Lehren im Leben braucht man, andere nicht. Benjamin Franklins Aussage, „Nach Leiden und Verlusten werden die Menschen bescheidener und weiser“ hat viel für sich, das wissen wir alle aus Erfahrung. Wofür Dinge vielleicht letztlich gut waren, können wir in solchen Momenten nicht wirklich erkennen, das wäre zu viel verlangt.
Nach unserem Systemcrash konnten viele Dinge wieder hergestellt werden, manches nicht. Darum kümmern sich jetzt die Datenforensiker, ich wusste gar nicht, dass es das gibt. Wir werden sehen. Logischerweise sind wir nun in vielem schlauer als vorher, was nichts an der Tatsache ändert, dass moderne Geräte durch Stromausfall egal welcher Genese viel empfindlicher reagieren als vor Jahren. Während die Datenforensiker schauen, was sie retten können, prüfen wir, welche Schutzmaßnahmen angeraten sind. Jedenfalls können wir wieder normal arbeiten und auf den Rest hoffe ich einfach mal ganz zuversichtlich.
Danke an Sigrid für das Kühle vermittelnde Foto! So oft wie in den letzten Tagen standen wir lange nicht unter der kalten Dusche.
Lehren
Nach Leiden und Verlusten werden die Menschen bescheidener und weiser.
Benjamin Franklin
Sigrid hat das Foto gemacht – Lebenselixier für die Pflanzen in ihrem Garten.
Extraterrestrisch
Am Goetheanum warten Steine auf ihre Bearbeitung.
Manchmal scheint das Leben auch wie ein Steinbruch zu sein. Stück für Stück prüft man den Stein, dann wird er aus dem Berg gelöst, bearbeitet und vielleicht springt er trotz aller Sorgfalt kurz vor Ende des Werkes und alles beginnt von vorne. So geht es uns derzeit – am Samstag gab es, zum Glück nach dem Seminar, eine Kettenreaktion, ein Rechner nach dem anderen ist abgeschmiert. Gestern das erste Lebenszeichen auf einem System nach Tagen von try and error. Jetzt können wir wenigstens wieder auf Mails und grundlegende Daten zugreifen, doch ist alles nicht wie gewohnt, braucht länger und funktioniert auch noch nicht wie sonst. Das macht uns bewusst: Wir sind sehr abhängig von Technik. Mein besonderes Learning daran: Nach vier Tagen merkst du den krassesten Unterschied aller Zeiten: Du bist wieder fokussiert bei dem, was du tust. Dir wird das Chaos in der Welt ein wenig egaler, weil du es nicht mitbekommst und dich nicht darüber aufregen musst. Du schaffst gewaltig mehr, weil du am Stück an was dranbleibst und mit einem Schlag erinnert sich dein System daran, wie sich Flow nochmal anfühlt.
Trotzdem sind wir sehr dankbar, wenn alles wieder läuft, das hat keiner gebraucht und es ist auch ein erheblicher Schaden. Wir hoffen, dass wir die Ursache herausfinden, bevor wir überlegen, welche Konsequenzen wir aus dieser Erfahrung ziehen. Hab einen feinen Wochenteilungstag.