
Am Goetheanum warten Steine auf ihre Bearbeitung.
Manchmal scheint das Leben auch wie ein Steinbruch zu sein. Stück für Stück prüft man den Stein, dann wird er aus dem Berg gelöst, bearbeitet und vielleicht springt er trotz aller Sorgfalt kurz vor Ende des Werkes und alles beginnt von vorne. So geht es uns derzeit – am Samstag gab es, zum Glück nach dem Seminar, eine Kettenreaktion, ein Rechner nach dem anderen ist abgeschmiert. Gestern das erste Lebenszeichen auf einem System nach Tagen von try and error. Jetzt können wir wenigstens wieder auf Mails und grundlegende Daten zugreifen, doch ist alles nicht wie gewohnt, braucht länger und funktioniert auch noch nicht wie sonst. Das macht uns bewusst: Wir sind sehr abhängig von Technik. Mein besonderes Learning daran: Nach vier Tagen merkst du den krassesten Unterschied aller Zeiten: Du bist wieder fokussiert bei dem, was du tust. Dir wird das Chaos in der Welt ein wenig egaler, weil du es nicht mitbekommst und dich nicht darüber aufregen musst. Du schaffst gewaltig mehr, weil du am Stück an was dranbleibst und mit einem Schlag erinnert sich dein System daran, wie sich Flow nochmal anfühlt.
Trotzdem sind wir sehr dankbar, wenn alles wieder läuft, das hat keiner gebraucht und es ist auch ein erheblicher Schaden. Wir hoffen, dass wir die Ursache herausfinden, bevor wir überlegen, welche Konsequenzen wir aus dieser Erfahrung ziehen. Hab einen feinen Wochenteilungstag.

