Zusammenrücken

Die Herzen rücken zusammen, schreibt Matsuo Bashō im 17. Jahrhundert und beschreibt etwas, was wir in diesen Tagen fühlen. Der Farbrausch im Außen zieht noch ein letztes Mal die Sinne in die Welt, doch spüren wir bereits sehr stark die Gegenbewegung der Innerung. Nicht nur die Menschen rücken dann gern in der Wärme der Stube zusammen, sondern auch die Herzen. Wie wundervoll, wenn man gemeinsam arbeitet, bastelt, liest oder über das spricht, was im Herzen lebt.

Mit meinem Beruf als Heilpraktikerin für Psychotherapie habe ich natürlich Glück, da ist das Zusammenrücken der Herzen bis ins Biologische hin stimmig. Wenn ich in meiner Mitte, meiner Herzkohärenz und in der Ruhe bin, überträgt sich das oft regulierend auch auf die Menschen, die vielleicht aufgewühlt, überladen, überreizt mir gegenüber sitzen. Kommt noch der gehaltene und damit sichere Raum dazu, entsteht ein Moment des Durchatmens. Dadurch bekommt der Mensch, der keinerlei Spielraum mehr hat wahrnehmen können, die Erkenntnis – da war ein kleiner Atemraum. Wenn ich den so gut hüte wie einst die Menschen die Glut im Herd, kann ich den ganz sacht erweitern, achtsam, aufmerksam, ruhig. In diesem gehaltenen sicheren Raum entsteht Atemzug für Atemzug ein wenig mehr Handlungsfähigkeit, dadurch Mut, kleine mögliche Schritte zu wagen.

 

Dieter hat das Erntedankfoto geschickt. Trotz aller Wettererfahrungen in diesem Jahr gab es manches zu ernten und zu verarbeiten für den Winter. Was für ein Glück. Danke für dein Foto!


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