Sinkende Hemmschwelle

Turbulente Tage mit viel Wind im Außen und auch Menschen, die sehr durch den Wind sind nach Hitze und Backofenfeeling. Die Bandbreite der Themen ist erstaunlich. Von Trennung über Erstdiagnosen mit durchaus krassen Folgen über Erziehungsfragen und gleich zwei Fälle, in denen Menschen massivem emotionalem Missbrauch ausgeliefert sind. Das Thema häusliche Gewalt nimmt in meiner Wahrnehmung stark zu. Das begann in der Pandemie, als die Menschen eng aufeinandersaßen und setzt sich fort. Nach außen wird aus Scham oft nichts darüber gesagt. Sich „HELP“ auf die Augenlider schreiben mag in Reels nützlich sein, in Wirklichkeit leben rechts und links von uns oft Menschen, die hinter den verschlossenen Türen nicht mehr als Menschen behandelt werden und zu wenige Menschen reagieren, wenn sie es bemerken. Hier darf Bewusstsein wachsen. Im Wartezimmer unseres Hausarztes hängen zwei Plakate mit Hinweisen auf Hilfe bei häuslicher Gewalt und Frauenhaus.

Respekt- und Würdelosigkeit sind weit verbreitet, der Anfang einer sinkenden Hemmschwelle in Bezug auf Gewalt. Wir sind im wahrsten Sinn des Wortes eine gewalt-tätige Menschheit geworden gegenüber allen Lebewesen. Der alte Spruch „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“ darf wieder ins Repertoire. Ehrfurcht vor allem, was lebt, gehört in jede Kinderstube, denn das ist die Homebase von Höflichkeit und Herzenstakt.

Einen freundlichen, friedlichen und achtsamen Freitag allen.


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