Sicherheit

Wenn mir Menschen in der Praxis gegenübersitzen und aus tiefster Seele von ihren Anliegen sprechen, ist das nicht nur ein unglaublicher Vertrauensbeweis, sondern auch ein Wissen in ihnen, dass der Raum gut gehalten, also für sie in dem Moment sicher ist. Das Erleben von Sicherheit ist für unser Nervensystem essentiell.  Und genau das ist in so vielen Leben gerade nicht mehr spürbar, diese Sicherheit. Die Pandemie hat viel dazu getan, dass das Sicherheitsgefühl schwindet, ebenso die Außenwelt mit all ihren Herausforderungen und – gerade für junge Menschen – Bedrohungen. Verlässliche Freundschaften finden sich nicht mehr oft, beste Freunde haben Seltenheitswert. Wir haben verlernt, selbst verbindlich in unseren Freundschaften zu sein, zu unserem Wort zu stehen und so auch Sicherheit zu bieten – so kehrt das dann auch im Außen zu uns zurück.

Was hilft gegen die zunehmende Unsicherheit, die in Nervensystemen Angst auslöst und damit ganze Kaskaden verursacht, die uns aus dem Stresstoleranzfenster kicken? Zuerst jede Menge Infos, wie Nervensystem funktioniert und was man selbst tun kann, um den Schlaf zu verbessern und die Vagusbremse wieder zu aktivieren (so wir es nicht schon mit massiven Entgleisungen zu tun haben, die andere intensive Begleitung brauchen) und das Erinnern daran, was uns Sicherheit gibt: Verlässlichkeit. Vertrauen. Liebe. Angenommensein. Ruhe. Miteinander still sein können, lachen und weinen. Erinnern daran, was Menschen zu Menschen macht. Wir können einander so viel Sicherheit geben – wir haben es alle nötig.

 

Einen guten Start in die erste Maiwoche für dich.

 

Augenferien aus den Ferienfotos von Stephanie. Danke!

 


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