
Ihr Lieben,
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
Rainer Maria Rilke, Das Buch der Bilder
Kleiner Ausflug in sehr alte Zeiten: Früher mussten die Feldfrüchte bis Saoinn geerntet sein, das vom 31. Oktober bis 2. November dauerte, ein Übergang der Arbeit von draußen ins Haus hinein. Für die Alten war diese Umbruchzeit ein Durchlauf der Erde durch ein Gelenk der Zeit – vom Chaos regiert. Es war die hohe Zeit des Wahrsagens, das dann in den Rauhnächten einen Abschluss findet.
Mit Novemberanfang/Halloween sind bis Dreikönig die „Tore zwischen den Welten“ durchlässig. Die beleuchteten Kürbisfratzen sollen böse Geister fernhalten. In Irland, wo der Brauch mit Rübenlichtern seinen Anfang hatte, wurden in diesen Tagen viele Feuer und Lichter entzündet als magisches Schutzritual. Die Asche der Feuer wurde auf die Felder ausgestreut, Zauberschutz des Bodens über den Winter und Dünger. Feuer waren ein Wall vor der nahenden Dunkelheit des Winters. Kälte, böse Geister und das Gefühl des Unheimlichen hielten diese Feuer, die Wärme und Licht zugleich waren, ab. Aus Stöcken, die im Feuer angesengt worden waren, machten die Menschen Schutzkreuze, die sie über die Türen hängten. Wer nachts unterwegs war, steckte sich eine Metallnadel an den Kragen – so konnten ihn die Feen nicht mit in die Anderwelt nehmen. In Schottland und Wales brach in diesen Tagen die Wilde Jagd auf, angeführt von Wotan/Odin, in Irland von Gwynn ap Nudd, dem König der Feen. Die Wilde Jagd nahm alle verstorbenen Seelen mit in die neue Heimat, von der die Bewohner der Inseln glaubten, dies sei das Land unter den Wellen. Im Alpenraum lebt die Wilde Jagd weiter mit den Perchten. Es heißt, Frau Holle (die Perchta) reise mit und trage im Mantelsaum die Seelen der Ungeborenen, die sich dabei das Zuhause aussuchen, in das sie im nächsten Jahr hineingeboren werden möchten.
Nicht nur Dämonen sind seit Anfang November unterwegs. „All Hallows Eve“, der Abend aller Heiligen, zog sich später zum Wort Halloween zusammen und die Kirche besetzte im siebten Jahrhundert die beiden Novembertage mit dem Gedenken an alle Heiligen und alle Seelen, um die heidnischen Bräuche abzufangen. Das Fest war in den alten Zeiten so bedeutsam, dass Forscher heute annehmen, dass das einstige Keltenjahr mit diesem Fest endete und das neue begann. Früher war man der Auffassung, dass dem Licht die Dunkelheit vorausgeht, weshalb die Kelten bei Caesar als „Söhne des Gottes der Nacht“ bezeichnet wurden. Mir erscheint das absolut logisch, beginnt doch auch unser menschliches Leben wahrhaft im Dunkeln mit neun beschützten Monaten im Bauch der Mutter. Die freundlichen Geister sind ebenfalls zu Halloween auf Tour, um ihre Verwandten zu besuchen und die alte Heimat wieder zu sehen in dieser Nacht, in der die Welten allen offenstanden.
So verstehen wir vielleicht manche Bräuche besser und erinnern uns daran, dass die Knechte und Mägde in diesen Tagen ihr Gehalt bekamen für das gesamte Jahr und es deshalb zwischen Michaeli und dem Martinstag viele Märkte zum Einkaufen gab, mit über den Winter die neue Kleidung hergestellt werden konnte.
Ich mag diese alten Geschichten und Weisheiten sehr. Sie zeigen uns einfach, wie stark die Menschen früher mit dem Jahresrad und seinen Festzeiten verwoben waren. Vielleicht hilft uns das Erinnern wieder im Sinne von Geborgenheit und Gewissheit über Jahrhunderte zurück, wenn wir in diesen Tagen unsere Häuser mit vielen Kerzen dekorieren, um das Licht, das im Außen fehlt, hereinzutragen.
Allen wünschen wir, dass sie die gewaltige Wärme des Sommers nun in ihren Herzen tragen können.
Eure Herzwerker
Christine und Christoph Krokauer
Unsere Termine im November
Sa., 7. 11., 9 bis 16 Uhr Online-Seminar (offen für alle Interessierten) zum Thema „Wertschätzung und liebevolle Aufmerksamkeit: Carl Rogers“. Anmeldung zu diesem Seminartag und vier vertiefenden Lektionen hier: https://myablefy.com/s/SeelenGarten-Krokauer/np-m02
So., 8. 11., 9 bis 16 Uhr Online-Seminar (offen für alle Interessierten) zum Thema „Die Kunst des Lebens und die Kunst des Sterbens. Ars vivendi und Ars moriendi“. Anmeldung hier: https://myablefy.com/s/SeelenGarten-Krokauer/np-em3
Am 11. 11. bin ich wieder gerne zu Gast in einer Selbsthilfegruppe. Unser Thema „Lebensfreude in den Alltag bringen/Resilienz stärken“. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit einigen Selbsthilfegruppen zusammenarbeiten darf. Danke für euer Vertrauen!
Sa., 21. und So., 22. 11.: Die angehenden Cardea-Therapeuten haben ihr drittes Kurswochenende mit dem Schwerpunkt Systemische Arbeit. Am Sonntag finden Aufstellungen statt (ausgebucht), für den 20. Dezember nehmen wir gern noch Anfragen für Aufstellungen an.
Am Dienstag, 24. 11., 19 Uhr ist in der Alten Synagoge Kitzingen der Vortrag zum Thema „Schlaf“ – gern einfach vorbeikommen, an der Abendkasse wird ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben. Flow entsteht, wenn wir ganz in dem aufgehen, was wir gerade tun. Diesen Zustand erreichen wir heute immer seltener. Wie wir diesen Zustand finden und wie ein Flowprozess abläuft, beleuchten wir in diesem Vortrag. Was guter Schlaf damit zu tun hat und wie wir diesen fördern können, werden wir ebenfalls mit anschauen.
Sa., 24. und So., 25. 10.: Die angehenden Cardea-Coaches stellen ihre Abschlussarbeiten vor und beenden mit einem kurzen Input zum Thema „Loop Approach“ ihre Ausbildung. Wir freuen uns riesig darüber und sind stolz auf euch. Herzlich willkommen in der Cardea-Coaches-Familie!
Dich interessiert eine Coachingausbildung? Voraussetzung ist das erfolgreich absolvierte Nautilusjahr, das am 25. 9. 2027 wieder beginnt und du dann nahtlos in den Coaching-Ausbildungsteil weitergehen kannst. Alle Infos hier: https://www.seelengarten-krokauer.de/nautilus
Am 1. und 8. 12. ist jeweils von 19 bis 20.30 Uhr im Seminarraum in der alten Synagoge ein feines VHS-Seminar zum Thema „Auszeit im Alltag – Kleine Bewegungseinheiten für mehr Balance“. Bitte unbedingt bis spätestens 15. 11. direkt bei der VHS anmelden, hier der Link: https://www.vhs-kitzingen.de/kurs/gesundheit/entspannung-stressbewaeltigung/entspannung-koerpererfahrung/auszeit-im-alltag-kleine-bewegungseinheiten-fuer-mehr-balance/26H32751KT
Aufstellungsmöglichkeiten
Wir nehmen gern Anmeldungen für die Aufstellungen an. Verbindlich sind ein Vor- und Nachgespräch. Bitte per Mail bei mir melden. Das sind die Termine: 20. 12., 24. 1., 7. 2., 7. 3., 25. 4., 9. 5., 6. 6., 4. 7., 26. 9. und 28. 11. 2027.
Seelchen öffnen Türen und sind ein feines Geschenk
Das Seelchen ist ein Gutschein für eine Coachingstunde, das kannst du herunterladen, ausdrucken und verschenken. Es wird erst nach dem Stattfinden der Stunde berechnet. Hier findest du das Seelchen: https://www.seelengarten-krokauer.de/kostenfrei/#seelchen
Praxisinfo
Menschen mit Infekten nehmen ihre Termine aufgrund der Pflegesituation im Haus bitte ausschließlich online wahr. Kein Termin muss deshalb ausfallen, doch bei Infekt bitte nicht persönlich erscheinen. Ersttermine werden verlegt, weil sie in Präsenz stattfinden müssen. Im Infektfall gebt mir bitte Bescheid, dass wir auf online switchen oder verschieben. Danke.
Neues aus der Praxis
Manchmal ist es erstaunlich, dass bestimmte Themen geballt auftreten. Mal sind das schwere Trennungen mit viel Streit, mal Diagnosen heftiger Erkrankungen, derzeit häuft sich das Thema Umgang mit herausfordernden Menschen, bevorzugt am Arbeitsplatz aufgrund zahlreicher Kündigungen, Angstthematiken und immer wieder ploppen auch bei nervlich ansonsten durchaus gut aufgestellten Menschen gravierende Existenz- und Zukunftsängste auf, ausgelöst durch die Meldungen in der Außenwelt und die damit einhergehenden Sorge um eine sichere Zukunft.
Raum halten, in einem sicheren geschützten Raum geborgen sein, atmen können – darum geht es immer stärker und tiefer.
Termin gewünscht? Am einfachsten geht es per Mail an christine@seelengarten-krokauer.de
Neues aus dem Coaching
Ich freue mich sehr, dass immer mehr Teams Coachingunterstützung mit mir in Anspruch nehmen. Danke für euer tolles Vertrauen und das Wachstum, das ihr an den Tag legt. Die meisten Unternehmen haben verstanden, dass es nicht mehr mit kleinen Pflastern auf schweren Wunden getan ist und wagen den Weg der Transformation anstelle alten Changemanagements. Das sind große Hausnummern! Tiefgreifende Veränderungen beginnen mit den Führungskräften oder mit kleinen Teams im Unternehmen, die die Veränderungen ausprobieren und dann kann das Veränderte Stück für Stück ins Unternehmen hineinwachsen. Auch Einzelcoachings nehmen zu: Wache Menschen, die erkennen, dass die Zeit für Veränderungen reif ist und stellen sich auf für den rauem Wind da draußen, der noch viel heftiger wehen wird in Zukunft. Mut zur Veränderung, Entwicklung eigener Kraft und Stärken – das sind Skills, die wir alle brauchen. Gern melden für Team- oder Einzelcoaching!
Terminvereinbarungen für die Praxis/Coaching: Bitte per Mail an christine@seelengarten-krokauer.de
Ansonsten bitte gern auf den AB sprechen, DANKE. Termine nur nach Vereinbarung!
Foto: Stephanie Heger

