
Beim Abrebeln der Holunderbeeren und beim Würfeln von Äpfeln fürs Entsaften hat man Zeit zum Nachdenken. Wenn eines der Kinder eine Reise macht, informiere ich mich gern über die Route und was sie dort erleben. Nicht zum ersten Mal war Theresa in Barcelona und konnte wieder Werke von Gaudi vor Ort ansehen. Vor 20 Jahren, als sie mit dem Würzburger Domchor das letzte Mal in der Sagrada war, stand vieles noch nicht, was heute vorhanden ist. Wir haben uns als Daheimgebliebene mit der Sagrada befasst und eine tolle Dokumentation über den Bau angeschaut. Man kann viel lesen und hören, etwas anderes ist es jedoch, vor Ort genau in diesem Sakralbau zu stehen und die Architektur zu erleben. Vermutlich ging es den Menschen am Übergang von der Romanik zur Gotik ähnlich: Nach gedrungenen, klaren und ruhigen Formen plötzlich eine zum Himmel beinah endlos strebende Architektur, feingliedrig, lichtbegleitet und auch ein bisschen nervös. Schaut man in der Sagrada Familia nach oben, sieht man diese grandiose Gestaltung – neben der „Malerei mit dem Licht“ durch die bunten Glasfenster ist das atemberaubend.
Ich wünsche dir heute Momente, in denen du total begeistert bist von etwas, das dich innerlich freut, erhebt und staunen lässt, was immer das auch sein mag. Danke an Theresa für das Foto.

