
Eine Mail endet mit den Worten „Danke für dein Verständnis“. Der Inhalt: eine zu späte Absage zur Teilnahme an einer Veranstaltung (ich finde die Nachricht NACH der Veranstaltung, zu der die Person erscheinen sollte, als ob ich mitten in einem laufenden Termin auf ein Handy schauen würde). Ich habe jedoch kein Verständnis. Sich bei mir für ein nicht vorhandenes Verständnis zu bedanken empfinde ich als unangemessen. Warum soll ich permanent Verständnis haben? Dinge entschuldigen, die ich nicht gutheiße? Alles akzeptieren, was anderen in den Kram passt, jedoch für einen Gruppenprozess und gemeinsames Lernen weder hilfreich noch anderen, die sich committet haben, gegenüber fair ist?
Wir haben eine wachsende „Unkultur“ von unangemessenem Verhalten. Ich bleibe allem fern, was sich für mich als Verpflichtung anfühlt, selbst wenn es um eine selbst ausgesuchte Fortbildung geht. Wenn mir spontan nach „alle fünfe grade sein lassen“ ist, mache ich das und bedanke mich dann bei der im Stich gelassenen Gruppe fürs Verständnis. Finde den Fehler.
Herrlich – so eine Ernte hätte ich auch gern. Zwei Zwetschgen am Baum dieses Jahr. Danke an Ursula für das Füllefoto.

