Kategorie: Allgemein

  • Fasten-Zeit

     

    Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit. Eine der Fastenzeiten im Jahr, früher war Fastenzeit auch zwischen St. Martin und Weihnachten. Fasten gehört (für viele) zu den gesunderhaltenden Maßnahmen, denn der menschliche Körper ist nicht auf permanent verfügbare Mahlzeiten eingestellt.

    Fasten kann man vielfältig. Auch digitales Detoxen wäre eine sehr gesundheitsfördernde Maßnahme, weniger Serienmarathon, mehr Handarbeit oder Lesen am Abend. Weniger große Reden, mehr leise hilfreiche Taten. Weniger Egozentrik, mehr „was kann ich für dich tun?“ Vielen Menschen würde ich einige Wochen Angst- und Meckerfasten wünschen. Weniger dystopische Horrorszenarien, dafür mehr Blick in die langsam erwachende Natur, die in diesen sechs Wochen gewaltige Veränderungen bieten wird. Weniger Kritik, mehr gute Ideen. Welches Fasten hast du dir für 2026 vorgenommen oder magst du vom Thema nichts wissen?

    Einen freundlichen Wochenteilungstag allen.

     

    Das Leben ist ein Fluss, ständig ist das Wasser in Bewegung und findet seinen Weg von der Quelle ins Meer. Warum vertrauen wir – ebenfalls lebendiger Bestandteil der Natur – dieser Kraft nicht auch?

    Danke an Stephanie für das Bild.

  • Form statt Farbe

     

    Faszination Natur. Wenn Farbe nicht mehr ablenkt … In Schwarzweiß kommen Formen oft viel klarer heraus.

    Andrea hat das Foto gemacht, Danke!

  • Lost people

     

    Es gibt Fragen, die mich tief beschäftigen. Oft betreffen sie Menschen auf dem Sprung in ihr Leben, den sie nicht machen. Prüfungen verweigern, kein Schulabschluss, keine Ausbildung ist das Richtige, Jobs werden nach Tagen abgebrochen. Irgendwann sitzen sie daheim im zu klein gewordenen Kinderzimmer, verschwinden hinter dem Vorhang aus Negativität und manchmal Drogen. Eltern erreichen ihr erwachsenes Kind nicht mehr, es schläft tagsüber und zockt nachts am PC, Freundschaften werden gecancelt.

    Verweigerung, Rückzug – oft steckt Angst dahinter, nicht gut genug zu sein, es wird nicht genau hingeschaut, ausprobiert, Alternativen gesucht. Rückzug ist ein Alarmsignal, Abbruch sozialer Kontakte fragt laut: möchte jemand noch am Leben teilnehmen oder nicht? Schritte sind klein, mühsam – Vertrauen aufbauen, Frustrationstoleranz erhöhen, Widerstände als Wurzelfestiger nehmen, sich auf Bindungen einlassen und Sinn im Kleinen entwickeln.

    „Das System“ ist darauf Herausforderungen nicht eingestellt, eine Folge aus Pandemie, falscher Langeweile durch Übersättigung, wenig Freude an Lernen und Herausforderung, zu viel Rücksichtnahme und Fehlen von Sinn. Zudem fehlt Unterstützung von Eltern in Erziehungsfragen, Lauschen auf das, was vom Kind her kommt und ZuMUTungen, an denen man wächst. Neu ausrichten ist viel schwieriger als von Anfang an liebevoll bei genau diesem Kind zu sein.

    Manchmal möchte ich Morgensterns „Was wärst du Wind“ als Ermutigung jungen Eltern an die Hand geben.

    Lost places. Stephanie hat das Bild gemacht, Danke!

  • All Leben will Widerstand

     

    Was wärst du, Wind,

    wenn du nicht Bäume hättest

    zu durchbrausen;

    was wärst du, Geist,

    wenn du nicht Leiber hättest,

    drin zu hausen!

    All Leben will Widerstand.

    All Licht will Trübe.

    All Wehen will Stamm und Wand,

    dass es sich dran übe.

                Christian Morgenstern

    Danke an Stephanie für das Foto.

  • Herzensarbeit

     

    Aufstellungssonntag. Es ist großartig, mit einem Team aufzustellen, das in vielen Jahren zusammengewachsen ist, viele hundert Aufstellungen miteinander gemacht hat. Wir halten einen Raum, in dem Menschen ihre tiefen Schicksalsfragen stellen können und das System antwortet. Ruhig, sicher, still, stärkend, auch wenn die Themen, die Menschen mitbringen, unglaublich komplex und tiefgreifend sind, teilweise Generationen überspannen. Diese Tage lassen uns erfüllt und gestärkt zurück.

    Derzeit ist viel los im Außen und innerhalb von Familien. Trennungen, schwere Krankheiten, die das gesamte Familienmobile durcheinanderwirbeln, beruflich heftige Herausforderungen, Kündigung, Auflösung. Angst zieht sich wie ein Kaugummi durch, der an Kleidung klebt und sich schwer lösen lässt. Manchem schlägt auch das herausfordernde Wetter aufs Gemüt, andere sind bleischwer müde.

    Wie immer es gerade in deinem Leben ist – mögen heute Sonnenstrahlen durch dein Herz tanzen und Leichtigkeit, Frohsinn und stille Heiterkeit mitbringen. Wenn Chaos das neue Normal ist, sind Flexibilität und innere Beweglichkeit mögliche Antworten. Hab einen lebendigen Rosenmontag.

    Theresa hat das wilde Wasser in Schweden im Bild festgehalten. Danke dafür!

  • Stärke mir das Schauen

     

    Die Welt sie drohet zu betäuben

    Der Seele eingeborne Kraft;

    Nun trete du Erinnerung

    Aus Geistestiefen leuchtend auf

    Und stärke mir das Schauen

    Das nur durch Willenskräfte

    Sich selbst erhalten kann.

    Wochenspruch aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner.

    Treppenhaus im Goetheanum Dornach.

  • Dien-Mut

     

    Morgensterns Bild vom Strom der Zeit, in dem wir gleich Blumen schwimmen, unser Leben ein kurzer Augenaufschlag – er erinnert mich an die Tugend der Demut. Dien-Mut, die Kraft, sich mit allem, was man selbst ist und hat, in den Dienst des Lebens zu stellen, dem Leben zu dienen mit seinen Herausforderungen. Das Leben ist wirklich ein Wimpernschlag im Angesicht der Ewigkeit. Wie können wir in Anbetracht dieses Wissens so leben, dass unser Sein wie ein kleiner Sonnenstrahl in der Finsternis des Alls sein kann? Wo greifen wir hin und unterstützen, wenn wir sehen, dass jemand Hilfe braucht? Wo hören wir das Seufzen einsamer Menschen, das stille Sterben in der Natur und handeln in unserem kleinen Umfeld angemessen? Vielleicht müssen wir nicht auf den „großen Wurf“, den „Lebensruf“, den „Durchbruch“ warten, weil viele kleine Schritte, die wir in Güte, Freude, Liebe und Geduld tun, uns möglicherweise auf stille Pfade führen. Letztlich führen sie uns jedoch genau dahin, wo wir sein sollen – in unserem Leben mitten drin mit aller Wirkkraft, die uns möglich ist.

    Für alle Faschingsmenschen – habt frohe närrische Tage. Allen anderen ein feines Wochenende!

     

    Theresa hat die Polarlichter in Schweden fotografiert. Dankeschön!

     

  • Der Strom der Zeit

     

    Unhemmbar rinnt und reißt

    der Strom der Zeit,

    in dem wir gleich verstreuten

    Blumen schwimmen,

    unhemmbar braust und fegt

    der Sturm der Zeit,

    wir riefen kaum,

    verweht sind unsre Stimmen.

    Ein kurzer Augenaufschlag

    Ist der Mensch,

    der ewige Kraft

    auf ihre Werke tut;

    ein Blinzeln –

    der Geschlechter lange Reihn,

    ein Blick –

    des Erdballs

    Werde und Verglut.

    Christian Morgenstern, 1871-1914

    Danke an Theresa für das Bild aus Schweden.

  • Weise Systeme

     

    Systeme sind weise. Dein Körper ist eines der unglaublichsten Systeme! Das feine Zusammenspiel von Neurotransmittern, Hormonen, der Arbeit deiner Mitochondrien, die hochkomplexen Vorgänge in den Organen – Wunder über Wunder. Grenzen wie Haut, Lunge, Darm spiegeln, wie wir mit uns und der Umwelt interagieren, uns etwas „einverleiben“, jemanden „gut riechen können“ und vieles mehr. Zahlreiche Symptome, die dem psychischen Bereich zugeordnet werden, haben handfeste körperliche Grundlagen. Das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist ist faszinierend. Manchmal muss der Körper sprechen, weil wir auf andere Signale nicht achten.

    Viele Menschen machen vor einer längeren Urlaubsreise mit dem Auto einen Check in der Werkstatt. Wir vernachlässigen unsere Systemchecks gerne. Wie oft hältst du am Tag einen Moment inne, fragst den Körper, wie es ihm gerade geht, trinkst ein warmes Wasser, erlaubst der Seele, am offenen Fenster mit Blick in die Natur Stress loszulassen und über Atmung zu entspannen? Wie oft wird dein Geist mit Schönem genährt wie Musik, ein gutes Buch oder ein tiefer Austausch?

    Ich wünsche dir für Körper, Seele und Geist immer wieder Momente des Innehaltens und der Verbundenheit.

     

    Für ein bisschen Augenferien heute ein Foto von Theresa. Vielen Dank dafür.

  • Sammelstunden

    Der Mensch braucht Stunden, wo er sich sammelt und in sich hineinlebt.

    Albert Schweitzer

    Danke an Theresa für das Bornholm-Foto.