Autor: Christine Krokauer

  • Tanzen auf dem Rasen

    Tanzen auf dem Rasen

    Der Osterhas

    Die Sonne geht im Osten auf,

    der Osterhas beginnt den Lauf.

    Um seinen Korb voll Eier sitzen

    drei Häslein, die die Ohren spitzen.

    Der Osterhas bringt just ein Ei –

    da fliegt ein Schmetterling herbei.

    Dahinter strahlt das blaue Meer

    mit Sandstrand vorne und umher.

    Der Osterhas ist eben fertig –

    das Kurtchen auch schon gegenwärtig!

    Nesthäkchen findet – eins, zwei drei,

    ein rot, ein blau, ein lila Ei.

    Ein Ei in jedem Blumenkelche!

    Seht, seht, selbst hier, selbst dort sind welche!

    Ermüdet leicht im Morgenschein

    schlief Kurtchen auf der Wiese ein.

    Die Glocken läuten bim, bam, baum,

    und Kurtchen lächelt zart im Traum.

    Di di didl dum dei wir tanzen mit unsren Hasen,

    umgefasst, zwei und zwei,

    auf schönem, grünem Rasen.

    Christian Morgenstern,1871 – 1914

    1 gefällt mir Der Osterhas Die Sonne geht im Osten auf, der Osterhas beginnt den Lauf. Um seinen Korb voll Eier sitzen drei Häslein, die die Ohren spitzen. Der Osterhas bringt just ein Ei – da fliegt ein Schmetterling herbei. Dahinter strahlt das blaue Meer mit Sandstrand vorne und umher. Der Osterhas ist eben fertig…

  • Es braucht seine Zeit

    Es braucht seine Zeit

    Gleich zwei Klienten gestern mit der ärztlichen Diagnose Burnout. Beides enorm leistungsorientierte Frauen. Beide mit der Frage: „Wie schnell bin ich wieder fit und normal?“ Beide erleben den eigenen Körper als feindlich, weil er „mich lahmlegt“. Und was versteht ein Mensch unter „normal“ – dass man wie eine Maschine funktioniert?

    Als ich Kind war, sagte meine Oma sehr oft: „Es braucht sehr lange, bis Nerven ruiniert sind und noch viel länger, bis sie wieder gut werden. Deshalb muss man immer auf gute Nerven achtgeben.“ Das war keine moderne Hirnforschung, dennoch nicht weniger wahr. Es war Erfahrung nach zwei Weltkriegen und einem gut gefüllten Leben mit unglaublich viel Arbeit.

    Wir kehren nach so einem tief einschneidenden Burnout, der die Biographie nicht einfach „weiterschreibt“, sondern wo vielleicht sogar ganz neue Seiten angefangen werden wollen, nicht zu dem Zustand zurück, der genau in den Absturz geführt hat! Es geht nicht darum, sich sein altes Leben wieder zu holen, sondern das neue Leben zu entdecken, das es wert ist, freudig gelebt zu werden. Der Weg dahin – ein Prozess des Anerkennens, dass es der Körper gut meint. Dass es human being heißt, nicht human doing. Ein Weg des Entdeckens, der Erkenntnisse, des Staunens und der Veränderungen im Idealfall. Wir werden sehen.

     

    Das Wahrnehmen der Wunder in der Natur ist Medizin vom Feinsten. Dr. Wald und Dr. Garten sind die mächtigsten Therapeuten, denen ich zuarbeiten darf.

    2 gefällt mir Gleich zwei Klienten gestern mit der ärztlichen Diagnose Burnout. Beides enorm leistungsorientierte Frauen. Beide mit der Frage: „Wie schnell bin ich wieder fit und normal?“ Beide erleben den eigenen Körper als feindlich, weil er „mich lahmlegt“. Und was versteht ein Mensch unter „normal“ – dass man wie eine Maschine funktioniert? Als ich…

  • Lob des Frühlings

    Lob des Frühlings

    Lob des Frühlings

    Saatengrün, Veilchenduft,

    Lerchenwirbel, Amselschlag,

    Sonnenregen, linde Luft!

    Wenn ich solche Worte singe,

    braucht es dann noch große Dinge,

    Dich zu preisen, Frühlingstag!

    Ludwig Uhland, 178–1847

    Irene hat das schöne Bild gemacht. Danke dir!

    1 gefällt mir Lob des Frühlings Saatengrün, Veilchenduft, Lerchenwirbel, Amselschlag, Sonnenregen, linde Luft! Wenn ich solche Worte singe, braucht es dann noch große Dinge, Dich zu preisen, Frühlingstag! Ludwig Uhland, 178–1847 Irene hat das schöne Bild gemacht. Danke dir!

  • Zu viel und zu wenig im Leben

    Zu viel und zu wenig im Leben

    Zu viel. Zu viel Input, Ablenkung, Schwachsinn, Angst, Krieg, Essen, zu viele Drogen und Alkohol, zu viel Serienmarathon, Stress bei der Arbeit, in der Partnerschaft, auf der Autobahn, mit den Kindern.

    Schaut man genauer, erkennt man eher „zu wenig“. Zu wenig Sinn, zu wenig Freude, zu wenig guter Schlaf, zu wenig Bewegung, viel zu wenig Wissen darüber, was einem selbst gut tut (nicht anderen), zu wenig Lauschen auf die Körpersignale, gelingende Kommunikation, Humor, Lachen, Singen und Tanzen, maximal zu wenig Zeit in der Natur, mit kreativen Dingen, spielend, träumend, Gehirn befreiend. Zu wenig bei sich bleiben, den Fokus halten können, mit einem Buch im Sessel lümmeln.

    An nur wenigen Stellen gibt es ein echtes Zuviel, das kann man häufig ändern.

    Was bedeutet für dich ein gut gelebtes Leben? Entwickeln von Weisheit, tiefem Humor, Fähigkeit zur Stille, Tatkraft im richtigen Moment und klares Handeln auf Grundlage von Nachdenken und Austausch? Wer bist du? Wer wirst du? Wem oder was folgst du?

     

    Stephanie hat das Foto gemacht. Versperrte Wege sind vielleicht sogar Einladungen zu viel mehr Möglichkeiten. Danke für dein Bild.

    1 gefällt mir Zu viel. Zu viel Input, Ablenkung, Schwachsinn, Angst, Krieg, Essen, zu viele Drogen und Alkohol, zu viel Serienmarathon, Stress bei der Arbeit, in der Partnerschaft, auf der Autobahn, mit den Kindern. Schaut man genauer, erkennt man eher „zu wenig“. Zu wenig Sinn, zu wenig Freude, zu wenig guter Schlaf, zu wenig Bewegung,…

  • Rotes Farbfeuerwerk

    Rotes Farbfeuerwerk

    Die japanische Zierquitte ist aufgeblüht im Garten. Ein Feuerwerk in Rot.

    1 gefällt mir Die japanische Zierquitte ist aufgeblüht im Garten. Ein Feuerwerk in Rot.

  • Stille Post

    Stille Post

     

    Stille Post – einer sagt dem anderen was, es macht im „Geheimen“ die Runde und am Ende kommt etwas ganz und gar anderes heraus. Jeder von uns hat als Kind vermutlich mal stille Post gespielt und selbst bei wenigen Menschen ist es erstaunlich, wie fix sich Worte verwandeln können. Stille Post ist etwas, das in vielen Unternehmen enormen Schaden anrichten kann. Der Flurfunk wird mit Tratsch gefüttert, der wird weitergetragen und verändert sich von Mal zu Mal, teilweise gravierend und mit erheblichen, meist negativen Folgen.

    Sokrates wird die Siebgeschichte zugeschrieben. Jemand möchte Sokrates etwas erzählen und er fragt, ob das zu Erzählende schon durch die drei Siebe gesiebt wurde. Sie lauten: „Ist es wahr? Ist es nützlich? Ist es gut?“

    Haben wir diese Siebe gut im Bewusstsein, bevor wir etwas weitertragen? Aus kleinen unbedachten Äußerungen entstehen oft Lawinen, die alles zerstören. Erinnern wir uns immer wieder selbst an den Wert des Guten, Wahren und Schönen, auch bei dem, was wir weitergeben. So, wie sich jeder wünscht, dass auch Aussagen über uns selbst durch die drei Siebe gesiebt werden mögen.

    Hab einen kraftvollen Marstag.

     

    Ob diese bunte Gruppe auch stille Post spielt? Ursula hat sie auf einer ihrer Wanderungen entdeckt. Dake für dein Bild!

    1 gefällt mir   Stille Post – einer sagt dem anderen was, es macht im „Geheimen“ die Runde und am Ende kommt etwas ganz und gar anderes heraus. Jeder von uns hat als Kind vermutlich mal stille Post gespielt und selbst bei wenigen Menschen ist es erstaunlich, wie fix sich Worte verwandeln können. Stille Post…

  • Himmelsgeschichten

    Himmelsgeschichten

     

    Am Himmel erzählen die Wolken unermüdlich Geschichten von Wetter, Licht und Lebendigkeit. Gestern gab es Sonne im Wechsel mit Hagel, Wind und mächtigen Dunkel-Hell-Tänzen. Langweilig wird das Naturschauspiel niemals.

    Sigrid hat diese Wolken fotografiert.

    gefällt mir  Am Himmel erzählen die Wolken unermüdlich Geschichten von Wetter, Licht und Lebendigkeit. Gestern gab es Sonne im Wechsel mit Hagel, Wind und mächtigen Dunkel-Hell-Tänzen. Langweilig wird das Naturschauspiel niemals. Sigrid hat diese Wolken fotografiert.

  • Freies Wochenende

    Freies Wochenende

     

    Kursfreies Wochenende. Das bedeutet gänzlich unglamourös, Liegengebliebenes im Haushalt aufholen, die Karwoche vorzubereiten, Wäsche flicken, vorkochen. Monatsende signalisiert auch Rechnungen schreiben, Newsletter und Plakate mit der Monatsvorschau gestalten.

    Samstag ist für den Bruder stets aufregend, Nägelschneiden bleibt sein Angstmoment. Nachdem wir über zwei Jahre gebraucht haben, bis das überhaupt wieder machbar war, ist es jedes Mal ein Abenteuer. Dieses Mal haben wir uns auf ein Quatschlied geeinigt „es geht auch ohne Dramadrama“ auf seinen derzeitigen Lieblingssong „Wir haben oben gute Laune …“. Erstaunlicherweise haben wir noch nie so leicht diese Herausforderung gemeistert. Das bedeutet nicht, dass wir jetzt den finalen Song für alle Zeiten gefunden haben. Nächsten Samstag gilt: Lass dir was einfallen oder Drama pur.

    Die Woche ist viel los in der Praxis, darauf freue ich mich sehr. Meine Arbeit erfüllt mich immer mit tiefer Dankbarkeit und dem Staunen über das, was Menschen an Herausforderungen im Leben bewältigen.

    Allen eine Karwoche mit Momenten des Innehaltens.

     

    Eines meiner Lieblingsbilder von Stephanie zum Wochenstart für euch! Danke für das Foto!

    gefällt mir  Kursfreies Wochenende. Das bedeutet gänzlich unglamourös, Liegengebliebenes im Haushalt aufholen, die Karwoche vorzubereiten, Wäsche flicken, vorkochen. Monatsende signalisiert auch Rechnungen schreiben, Newsletter und Plakate mit der Monatsvorschau gestalten. Samstag ist für den Bruder stets aufregend, Nägelschneiden bleibt sein Angstmoment. Nachdem wir über zwei Jahre gebraucht haben, bis das überhaupt wieder machbar war, ist…

  • Des Lebens Kraft

    Des Lebens Kraft

     

    Wenn aus den Seelentiefen

    Der Geist sich wendet zu dem Weltensein

    Und Schönheit quillt aus Raumesweiten

    Dann zieht aus Himmelsfernen

    Des Lebens Kraft in Menschenleiber

    Und einet, machtvoll wirkend

    Des Geistes Wesen mit dem Menschensein.

    Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner

    Stephanie hat dieses Foto gemacht. Lieben Dank dafür!

    gefällt mir  Wenn aus den Seelentiefen Der Geist sich wendet zu dem Weltensein Und Schönheit quillt aus Raumesweiten Dann zieht aus Himmelsfernen Des Lebens Kraft in Menschenleiber Und einet, machtvoll wirkend Des Geistes Wesen mit dem Menschensein. Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner Stephanie hat dieses Foto gemacht. Lieben Dank dafür!

  • Ohrwunder

    Ohrwunder

     

    Manche Bücher sind wie ein Krimi. Man wird von der ersten Seite in den Bann gezogen und mag es nicht mehr aus der Hand legen. Das erstaunt bei dem Buch, um das es geht: „Der Finger und das Ohr: Vagusnerv-Stimulation ohne Gerät“ von Dr. Fritz #Hemmerich. Das klingt zunächst nach einem Buch aus der Reihe „Vagus der 1000.“, ist es jedoch nicht. Was mich so begeistert, ist die Schilderung der Innervierung des menschlichen Ohrs. Die atemberaubende Geschichte, wie aus Kiemenbögen in der Embryonalzeit der äußere Gehörgang und ein Teil der Ohrmuschel werden. Wie Friedrich Arnold 1831 entdeckte, dass manche Menschen husten müssen, wenn der Ohrenarzt ihr Ohr reinigt und wie das kommt (weil im Ohr ein winziger Vagusast verläuft). Wir reisen durch das Felsenbein und lesen, dass sich durch die Drosselloch-Öffnung drei Hirnnerven quetschen. Ich arbeite mich gerade durch den Nucleus tractus solitarii, der so endlos wichtig ist für uns und den im Grunde keiner kennt (er sortiert quasi den Posteingang dreier Hirnnerven).

    Warum finde ich das so spannend? Ganz einfach. Es gibt einen Punkt am Ohr, Cymba conchae, exklusiv vom Arnold-Nerv versorgt. Um diesen Punkt dreht sich das Buch, denn die Berührung des Punktes macht wach und beruhigt den Körper gleichzeitig. Ich möchte nicht nur wissen, dass Dinge wirken, sondern weshalb sie das tun. Fundiert und klar. Deshalb gehört das Lesen von Fachliteratur zu meinem Berufsalltag. Es wird vergnüglich, wenn es ein Werk von Fritz Hemmerich ist, denn bei aller wissenschaftlichen Klarheit verliert er nie den Bezug zum Praxisalltag und hat seit 2001 das Thema Salutogenese als Schwerpunkt seiner ärztlichen und therapeutischen Arbeit. Ein kleines und feines Werk. Allen ein entspanntes Wochenende mit großartiger Lektüre.

     

    Weiße Blütenteppiche des Buschwindröschens – an manchen Stellen wurden sie schon gesichtet in diesem Jahr. Ich freue mich auf diesen Anblick, den Silke fotografiert hat. Danke dir!

    gefällt mir  Manche Bücher sind wie ein Krimi. Man wird von der ersten Seite in den Bann gezogen und mag es nicht mehr aus der Hand legen. Das erstaunt bei dem Buch, um das es geht: „Der Finger und das Ohr: Vagusnerv-Stimulation ohne Gerät“ von Dr. Fritz #Hemmerich. Das klingt zunächst nach einem Buch aus…