
Manchmal begegnet mir ein Satz, der mit einem Schlag eine Antwort liefert auf eine Frage, mit der ich mein Gehirn wochen-, manchmal jahrelang ergebnislos gequält habe. „Karmany evadhikaras te ma phaleshu kadachana“ heißt der schlichte Satz aus der Bhagavadgita (2,47) und lautet frei übersetzt: Allein auf die Handlung hast du ein Anrecht, doch nie auf ihre Früchte. Ein Begriff, der damit verbunden ist, ist Nishkama Karma, selbstloses Dienen ohne jede Erwartung.
Im Grunde schwebte dieser Satz, das ganze Feld, das sich mit dem Satz und dem Begriff eröffnet, längst wortlos in meinem Bewusstsein, als es vor vielen Monaten um die Frage der Wirksamkeit ging, um das, was von einem Menschen nach sieben Generationen auf der Welt noch spürbar sein wird. Meinen Gedanken dazu konnte ich noch nicht greifen, deshalb erreichte mich der Satz im (absolut empfehlenswerten) Buch „Das essenzielle Nein“ von Dr. Fritz Hemmerich/Fridhu so krass. Wir können mit unserer Arbeit als Therapeuten und Coaches oft, doch nicht immer sehen, was die von uns begleiteten Menschen umsetzen, wie sie sich verändern, ihre Wege neu und gestärkt unter die Füße nehmen, was von dem, was wir selbst lebenslang gelernt, erfahren, ausprobiert, verfeinert, vertieft haben, einen Nachklang haben mag. Die Erinnerung, man habe auf die Handlung ein Anrecht, doch nicht auf die Früchte, ist nicht einfach, weil wir so darauf gepolt sind, „Ergebnisse“ zu sehen, etwas „bewirken zu wollen“. Vieles entwickelt sich aus Samenkörnern, die wir in die Herzen und Gedanken der Menschen legen. Es ist wie bei manchem Baumpflanzer auch – die Früchte werden wir niemals sehen und ernten, am Pflanzen darf uns das jedoch nicht hindern.
Manchmal sehen wir beim Blick auf unser Leben eine Wüste. Wir vergessen jedoch, dass nur wenige Tropfen Regen genügen, um sie in einen blühenden Traum zu verwandeln. Beate hat das großartige Bild aus der Wüste mitgebracht. Danke.

