Autor: Christine Krokauer

  • Dreikönig

    Dreikönig

    Dreikönigstag – Feiertag in Bayern. Klassischer „Weihnachtsabräumtag“. Die Fenster werden von Dekosternen befreit, der Baum abgebaut, die gesamte Deko zurücksortiert und verstaut. Unser Draußentannenbaum ist im Ständer festgefroren, am Montag ist Baumabfuhr, mal sehen, ob er bis dahin aufgetaut ist. Wir nutzen die Zweige, um die Rosen abzudecken. Der Bruder wartet gespannt auf die Sternsinger.

    Wenn die Fenster wieder frei sind, atme ich regelrecht auf. Deko ist schön, aber im Januar brauche ich klare Sicht und Licht, so viel es geht. Wie immer finden wir, nachdem alle Kisten fest verschlossen sind, irgendwo übersehene Dinge und quetschen sie dann zum Christbaumständer :-))))

    Der Kater ist persönlich beleidigt. Die Krippe ist weg, damit sein liebstes Spielzeug – Moos aus der Krippe plus Jesuskind. Wir haben ihn mit Baldrianspray auf seinem Wurfsack bestochen, das Jesuskind ist auch gefunden. Ich kann endlich das Pflegebett wieder schieben, ohne millimeterweise zwischen Krippe und Deko zu jonglieren. Jetzt kann ich zwischendrin Gartenkataloge durchforsten und das Jahr draußen planen. Gefühlt beginnt der Sommer genau jetzt.

    Einen feinen Wochenteilungstag dir!

    Vorfreude auf den Sommer entsteht beim Anblick dieses kleinen Randstreifens am Goetheanum.

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  • Beherzigung

    Beherzigung

     

    Beherzigung

    Ach, was soll der Mensch verlangen?
    Ist es besser, ruhig bleiben?
    Klammernd fest sich anzuhangen?
    Ist es besser sich zu treiben?

    Soll er sich ein Häuschen bauen?
    Soll er unter Zelten leben?
    Soll er auf die Felsen trauen?
    Selbst die festen Felsen beben.

    Eines schickt sich nicht für alle!
    Sehe jeder, wie er’s treibe,
    Sehe jeder, wo er bleibe,
    Und wer steht, dass er nicht falle!

    Johann Wolfgang von Goethe

    Wem die Kräfte schwinden – Brennnesselsamen sind ein echtes Powerfood!

    gefällt mir  Beherzigung Ach, was soll der Mensch verlangen? Ist es besser, ruhig bleiben? Klammernd fest sich anzuhangen? Ist es besser sich zu treiben? Soll er sich ein Häuschen bauen? Soll er unter Zelten leben? Soll er auf die Felsen trauen? Selbst die festen Felsen beben. Eines schickt sich nicht für alle! Sehe jeder, wie…

  • Verständnis, Sinn, Machbarkeit

    Verständnis, Sinn, Machbarkeit

    Rilkes Gedanke, dass möglicherweise alles Schreckliche im Grunde das Hilflose ist, das von uns Hilfe will, taucht oft als Frage in mir auf. Ich glaube nicht, dass alles Schreckliche etwas in die Ecke Gedrängtes, Ängstliches, Ausgeliefertes ist, dem wir behilflich sein können. Es gibt vermutlich Schreckliches, das einfach nur schrecklich ist, wo man stumm zurückbleibt und auch nach Jahrzehnten den Sinn daran nicht finden kann.

    Dennoch hilft mir das innere Bewegen dieser Aussage, wenn ich mit heftigen Kliententhemen in Kontakt komme. Wir können einen Teil des gehaltenen Raumes als Schutzraum für das Hilflose anzubieten, wenn es das möchte. Schlimmes, das Menschen angetan wurde, hat vielfach eine Generationen lange Geschichte, ebenso viele Ursachen im Außen wie im Inneren der Menschen. Manches kann man erfahren, vieles bleibt verborgen. Salutogenetisch können wir das Selbstmitgefühl des Betroffenen einladen; einen Sinn vielleicht darin erkennen, dass sein Survivor-System ermutigt werden darf, aus dem Überleben ins Leben zu kommen. Eher gelingt eine Form der Machbarkeit – ein Atemzug, ein Gewahrsein eines geschützten Raums in mir selbst, die Orientierung am Ort, an dem ich mich gerade befinde. Wir müssen das Hilflose im Schrecklichen nicht entschuldigen oder retten. Wir dürfen uns jedoch die Erlaubnis erteilen, aus unserer eigenen Hilflosigkeit kein Schreckliches erwachsen zu lassen, sondern den Mut, um Hilfe zu bitten und eine andere Wahl für unser Leben zu treffen. Vielleicht noch nicht schnell, sondern in dem Tempo, in dem es für uns möglich sein mag. Dann wachsen wir um das Schrecklich herum in unser Sein.

     

    Theresa hat das Foto aus Kanada mitgebracht. Traumfutter für Buchfreunde.

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  • Vielleicht …

    Vielleicht …

     

    Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten uns einmal schön und mutig zu sehen. Vielleicht ist alles Schreckliche im Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will.

    Rainer Maria Rilke, Briefe an einen jungen Dichter (Franz Xaver Kappus), vom 12. August 1904

    In vielen Kulturen gelten Drachen als Glücksbringer. Danke an Steffen für das Foto!

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  • Guter Start

    Guter Start

    Ein bewegender Jahresauftakt im Seminarreigen. Zwei Tage zum Thema Meisterschaft. Zwei Gruppen, ein Thema von zwei Ebenen her beleuchtet. Input am Morgen, intensiver Austausch am Mittag. Für die Menschen, die im ersten Jahr im Nautilusprojekt unterwegs sind, kristallisiert sich jetzt die Kraft der Übgruppe immer mehr heraus, die im zweiten Jahr entwickeln inzwischen selbst jede Menge weiterführende Übungen und suchen sich Herausforderungen zum Wachsen. So schön, die Wege begleiten zu dürfen und zu erleben, wie wunderbar jeder einzelne Mensch in seinen Qualitäten ist, eine Bereicherung für alle. Die eine Gruppe ganz homogen, die andere wild, bunt und unterschiedlich – so hat jeder Jahrgang seine Besonderheit.

    Fazit: Nicht „viel reinfressen für den Dopaminkick“, sondern immer tiefer, weicher, zarter, achtsamer üben, denn die Tür zur Zukunft der Menschheit geht aus meiner Sicht zum Herzinneren auf.

    Hab einen kraftvollen Start in deine Woche.

     

    Stephanie hat die Schlehen fotografiert. Sie sind mit die ersten Blühpflanzen im Jahr und werden nach den ersten Frösten geerntet – die Kraft des gesamten Jahres steckt in ihnen. Perfekt für alle, die sich von Krankheiten erholen oder neue Kräfte aufbauen möchten. Hüllend als Schlehenblütenöl, kräftigend und stärkend als Ursaft oder Elixier. Danke für dein Foto!

    gefällt mir Ein bewegender Jahresauftakt im Seminarreigen. Zwei Tage zum Thema Meisterschaft. Zwei Gruppen, ein Thema von zwei Ebenen her beleuchtet. Input am Morgen, intensiver Austausch am Mittag. Für die Menschen, die im ersten Jahr im Nautilusprojekt unterwegs sind, kristallisiert sich jetzt die Kraft der Übgruppe immer mehr heraus, die im zweiten Jahr entwickeln inzwischen…

  • Feuerkraft

    Feuerkraft

     

    Und bin ich in den Geistestiefen,

    Erfüllt in meinen Seelengründen

    Aus Herzens Liebewelten

    Der Eigenheiter leerer Wahn

    Sich mit den Weltenwortes Feuerkraft.

    Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

    Ein Blick zum Leuchter im Basler Unternehmen Mitte. Ein lebendiger Ort, an dem man wunderbar sein kann.

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  • Hören oder frieren

    Hören oder frieren

    Winter zum Jahresstart. Damit wir nicht aus der Übung kommen im Umgang mit Mütze, Handschuhen und Schneeschieber. Ich stelle fest – Hörgeräte, die mit Magnet am Kopf befestigt sind, sind bei Mützen gefährlich. Also entweder nix hören oder extra achtgeben. Checking behaviour vom Feinsten. Vermutlich halte ich es wie mit Gartenarbeit auch – wenn Mützen sinnhaft sind, höre ich halt wenig. Dann will ohnehin jeder gleich weiter, um „rechtzeitig heimzukommen, bevor wir eingeschneit sind“.

    Da feiere ich heute und morgen den Start ins Seminarjahr im trockenen Studio. Ich sehe einen Greenscreen, eine Kamera, die Technik und das wars. Bis wir fertig sind, ist es dunkel. Die Themen der nächsten beiden Tage jedenfalls sind Freude pur für Geist und Herz – Masterpieces.

    Ein schönes Wochenende für dich!

    Bald ist auch die letzte Weihnachtsamaryllis verblüht. Bis dahin freuen wir uns an der Farbenpracht.

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  • Winterzeit

    Winterzeit

    Schneerosen.

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  • Rituale

    Rituale

    Seit wir denken können, gehört das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker zum Jahresstart wie Sauerkraut mit Knödeln, damit „das Geld nicht ausgeht“. Jede Familie hat ihre Routinen und Rituale, manchmal ist das der Kitt, der zusammenhält.

    Für Menschen mit Handicap und Tiere sind Böller nicht das, was ihre Nacht gut macht, so saßen wir mehrere Stunden neben dem Bruder, der riesige Angst hatte und den die bunten Sternchen draußen in keiner Weise interessieren, wenn der Krach zu laut ist. So sehen es auch der Kater und ich. Wir sind froh, wenn alles vorbei ist und wir nur müde sind.

    Heute Morgen gleich das Abenteuer pur – Würzburg im Schnee. Auf der Ebertsklinge, einem etwas steileren „Berg“ – liegengebliebene Autos. Der Gemahl fährt sacht durchs Chaos und erreicht den Gipfel oben mit nur einer Drehung. Manchmal denke ich „wow, der hat echt Nerven“. Hat er. Nie fällt mir die Qualität eines von Kindheit an gut regulierten Nervensystems auf wie in solchen Situationen. Was für ein Geschenk. An der Coregulation arbeiten wir noch 🙂

    Allen einen tollen Start in ein für viele verlängertes erstes Wochenende 2026.

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  • Tief atmen

    Tief atmen

     

    Meeresluft kann nie schaden. Einfach mal durchatmen – beste Regulation fürs Nervensystem ever!

    Danke an Theresa für das Foto aus Bornholm.

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