Autor: Christine Krokauer

  • Atme und fühle

    Atme und fühle

    Atme und fühle, dass das Universum in dir lebt.

     

    Rumi

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  • Zahnkontrolle bitte

    Zahnkontrolle bitte

    Ich feiere meinen Bruder! Er hat tatsächlich den Mund aufgemacht und seine Zähne anschauen lassen! 2023 waren wir das letzte Mal beim Zahnarzt, zwei Kontrollen sogar, fast wie andere Menschen auch (hätte er den Mund aufgemacht). Nur – er ist nicht wie andere Menschen. Er muss Krankentransport fahren, sich auf eine unbekannte Praxis und Menschen einlassen und hatte jedes Mal mit wochenlanger Erkrankung wegen Angst und Panik reagiert. Im Winter sagt die nette Dame, die ihn alle drei Monate besucht, um die Pflege zu prüfen – es gibt jetzt ambulante Möglichkeiten, der Zahnarzt kommt ins Haus.

    Termin ausgemacht bei „Mainzahn“ (https://mainzahn.com/)  und – eine superfreundliche Zahnärztin mit Lupenbrille kommt, ist tiefenentspannt, zwei fröhliche Helferinnen. Der Bruder bekommt direkt einen kleinen lauten Anfall und will aus dem Rollstuhl hüpfen, beruhigt sich aber für seine Verhältnisse umgehend und macht den Mund auf. Viele Male. Wir können alle Zähne anschauen. Alle!! Von vorne bis hinten. Resultat: Mega geschrubbte Zähne. Prima gereinigte Zahnzwischenräume (sein Sortiment an Interdentalbürsten wäre der Stolz einer Ausstellung beim Zahnarztkongress). Sein Putzprogramm offenbar gut (wir schrubben drei Mal am Tag, weil ich ihm eine Vollnarkose wegen Füllung ersparen mag). Aufwand für seine Zahnpflege am Tag: mindestens 30 Minuten. 1 Füllung hat er und durch einen Unfall zwei überkronte Schneidezähne. Der Rest ist „original erhalten“.

    Wenn du denkst – was für ein Quatsch, wo soll denn da das Problem sein? Dann sage ich dir: Normale Dinge sind für einen Menschen mit richtig krassen Behinderungen eben nicht möglich. Dass er den Mund heute aufgemacht hat, ist das Resultat von drei Jahren Schrubben (bis der Arzt kommt) und Üben, den Mund aufzumachen und 1000 Kilo Glück, dass er einen super Tag hatte.

    Danke, dass auch Zahnarzt nun durch einen Hausbesuch möglich ist! Wie sehr feiere ich Initiativen wie z.B. Hospital at home an der Klinik Arlesheim, durch die Pflegenden richtig viel Druck genommen werden kann für mehr Menschlichkeit in der Medizin: https://www.klinik-arlesheim.ch/unser-angebot/medizin/701-hospital-at-home

    Allen einen gesunden Wochenteilungstag!

    Stephanie hat das Morgenfoto gemacht, Danke!

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  • Glückliche Menschen

    Glückliche Menschen

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  • Medizin der anderen Art

    Medizin der anderen Art

    Christian Morgensterns Text „Träum Kindlein träum“ habe ich letzte Woche von Aurelia geschickt bekommen. Ihre kleine Tochter liebt den Text und kann ihn auswendig sagen, obwohl sie noch sehr klein ist. Herrlich! Wie schön, wenn Kinder Freude an Gedichten haben. Das Sprechen von Gedichten ist nicht nur für unsere Atmung und das Sprachgefühl gut, ich setze das auch in der Arbeit mit Klienten ein. Zungenbrecher aufsagen oder Morgensterns Galgenlieder mit der nicht dominanten Hand abschreiben können uns schnell ins Hier und Jetzt bringen, wenn negative Gedankenvögel durch unser Gemüt brausen.

    Texte in vielerlei Versmaßen helfen uns beim Gehen, wieder Ruhe und Ordnung in den Kopf zu bringen. Einen Fünfstern laufen und dabei still einen Text durchfühlen bringt uns in die innere Mitte. Sprache ist für mich eines der größten Wunder des Menschen. Die Herkunft der Worte ist faszinierend, ihre Wirkung nicht minder. Probier mal von Morgenstern  „Das große Lalula“ ernsthaft, ruhig und gediegen zu sprechen, während du auf einem Bein stehst. Oder nimm dir sein „Fisches Nachtgesang“ vor – wer da nicht an das Koan denkt „Wie klingt das Klatschen einer Hand?“

    Was in der Schulzeit vielleicht nervig war und peinliche Momente bescherte (wenn du mitten in Schillers Kranichen des Ibykus steckengeblieben bist) empfinde ich heute als „Medizin der anderen Art“. Wenn mich etwas überwältigt, sage ich innerlich oft Texte auf – wie ein Leitpfosten im Nebel hält mich das halbwegs in der Mitte. „… und grausig gutzt der Golz“!

     

     

    Manuela hat dieses zauberhafte Schneebild geschickt. Danke dir!

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  • Träum, Kindlein, träum

    Träum, Kindlein, träum

    Träum, Kindlein, träum!

    Im Garten stehn zwei Bäum‘.

    Der eine, der trägt Sternlein,

    der andre Mondenhörnlein.

    Da kommt der Wind der Nacht gebraust –

    und schüttelt die beiden mit rauher Faust.

    Das Mondenhörnleinbäumlein steht,

    als wäre gar kein Wind, der weht.

    Dem Sternenbäumlein aber, ach,

    dem fallen zwei Sternlein in den Bach.

    Da kommen zwei Fischlein munter –

    und schlucken die Sternlein hinunter.

    Und hätte es nicht sterngeschnuppt,

    so wären sie nicht so schön geschuppt.

    Träum, Kindlein, träum,

    im Garten stehn zwei Bäum…

    Der eine, der trägt Sternlein,

    der andre Mondenhörnlein…

    Träum, Kindlein, träum…

    Christian Morgenstern

    Das Vollmondfoto hat Britta Leonhard-Kuschner gemacht. Herzensdank!

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  • Grüne Fantasie

    Grüne Fantasie

             

    Traditionell Anfang Februar wird unsere Jahrespflanzenbestellung aufgegeben. Welche Lücken sind im Garten entstanden und womit bestücken wir die durch den Gewächshausbau entstandenen neuen Beete? Der Rühlemannkatalog wird wochenlang durchgeblättert. Wir lesen, staunen und überlegen. Nachdem bei uns kein Rasen gedeiht (logisch bei dem Ministück, auf dem zudem noch unsere Obstbäume stehen), werden wir in diesem Jahr die Fläche füllen mit Rasenpflanzen – kriechende Thymiane, Rasenkamille und anderes. Mal schauen, wie es wird. Alles, was blüht und duftet, ist willkommen. Wir sind wir Fans von Tees aus dem eigenen Garten, von Gewürz- und Heilpflanzen aller Art. Im Gewächshaus wachsen Feldsalat und Spinat, dieses Jahr wird unser erstes Testjahr mit dem Haus. Der Bruder wünscht sich Melonen, Gurken und Tomaten. Er freut sich schon, denn der Weg zum Gewächshaus ist breit genug für den Rollstuhl. Samentüten werden vorsortiert, das werfen wir immer zwischendurch überall in den Garten und freuen uns, wenn die Vögel was übriglassen. Bei jedem Artikel kommt der Kommentar von der Seite: „Bist du sicher, dass das noch reinpasst? Wird das nicht groß?“ Beim Bienenbaum hatte er Recht. Der wäre zu umfangreich. Dafür ist ein (weiterer griechischer) Bergtee auf die Liste gerutscht. Notfalls geht der in einen Kübel, davon stehen hier auch genug. Dicht bepflanzen können wir 🙂 Habt einen tollen Wochenstart!

     

    Letzte Woche lag eine dicke Schneeschicht auf dem Gewächshaus. Doch bald schaut es wieder so aus wie auf dem zweiten Foto. Vorfreude ist eine wunderbare Sache.

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  • Ergreifend neue Sinnesreize

    Ergreifend neue Sinnesreize

    Ergreifend neue Sinnesreize

    Erfüllet Seelenklarheit

    Eingedenk vollzogner Geistgeburt

    Verwirrend sprossend Weltenwerden

    Mit meines Denkens Schöpferwillen.

    Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

    Jedes Jahr denke ich bei der Zeile „Ergreifend neue Sinnesreize“ an unseren Muskatellersalbei – der Geruch und die Haptik sind Sinnesreize pur. Ab diesem ersten Februarspruch freue ich mich auf die Blüten und die Holzbiene, die ihren Winterschlaf hält und Muskatellersalbei liebt, vielleicht auch.

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  • Wochenplanung

    Wochenplanung

    Wochenende. Eines ohne Kurs, dafür mit vielen Vorbereitungen der nächsten Termine und Seminare. Ein Teamcoaching steht an – Wie können unterschiedlich gestrickte und neu zusammengewürfelte Menschen ein gutes Team bilden, das viel Verantwortung trägt und von dessen Leistungsfähigkeit für die Unternehmung viel abhängt? Das wird spannend. Dazu viele Einzelgespräche und nachgeholte Termine, die wegen des Glatteises und Schnees verlegt wurden.

    Der Bruder hat gleich zwei Arzttermine in dieser Woche. Es gibt einen mobilen Zahnarzt, der nach Hause kommt, wenn ein Praxisbesuch für Menschen zu schwierig ist. Er wurde die beiden Male, in denen wir es zum Zahnarzt geschafft haben, richtig krank hinterher, weil ihn Krankenwagenfahren maximal stresst. Zudem war er so in Angst durch die Fahrten, das Ausladen und die unbekannte räumliche Situation mit unbekannten Menschen, dass er jedes Mal nur kurz den Mund aufgemacht hat – zu kurz, um angemessen untersuchen zu können. Ich hoffe, dass die gewohnte Umgebung ihm hilft, wenigstens eine Minute den Mund aufzumachen oder er Vertrauen fasst, beim nächsten Mal besser mitzuarbeiten. Am Donnerstag kommt der Hausarzt, für ihn ein Freutermin, er mag ihn gern. Freitag ist Krankenkommunion, die Woche ist für den Bruder gut gefüllt, mal schauen, wie er alles schafft. Am Samstag kann er sich erholen, da haben wir Seminar zum Thema „Stille“ und er dadurch seine Ruhe vor uns. So hat jeder etwas zum Vorfreuen für den Februar, den „kurzen Monat“ im Jahr, der mit einem spannenden Vollmond beginnt.

    Allen ein freundliches Wochenende. Danke an Irene für das feine Foto!

     

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  • Ginkgo

    Ginkgo

    Dieses Baums Blatt, der von Osten
    Meinem Garten anvertraut,
    Giebt geheimen Sinn zu kosten,
    Wie ‘s den Wissenden erbaut.

    Ist es Ein lebendig Wesen
    Das sich in sich selbst getrennt,
    Sind es zwey die sich erlesen,
    Dass man sie als eines kennt.

    Solche Frage zu erwiedern
    Fand ich wohl den rechten Sinn;
    Fühlst du nicht an meinen Liedern
    Dass ich Eins und doppelt bin?

    Fassung von Johann Wolfgang von Goethe selbst vom 15. September 1815

    Steffen hat den Ginkgo in China fotografiert. Herzensdank für dein Bild!

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  • Interbeing-Spezialist

    Interbeing-Spezialist

    Erschöpfung. Overload. Nerviges Wetter. Schlechter Schlaf. Sorgen am Arbeitsplatz. Probleme wegen Kinderbetreuung im Krankheitsfall oder weil Schule wegen Wetter schließt. Batterie im Auto springt nicht mehr an. Rutschige Straßen, Ausfall von Öffis. Sich nicht konzentrieren können. Depressive Episode. Trauerthema. Schwere körperliche Diagnose. Umgang mit einer Beinprothese. Konflikte am Arbeitsplatz. Kommunikationsprobleme.

    Das ist ein Auszug aus der Liste der Themen, die die Klientinnen und Klienten diese Woche bewegt haben. All das flutet hier (teils als große Welle) an. Manche Menschen suchen nach Lösungen, andere nach einer Art Klagemauer, wieder andere wollen einfach die Bestätigung, dass ihre Sicht auf die Welt die einzig richtige ist.

    Mein Gefühl: Ganz oft geht es gerade gar nicht darum, Dinge zu erkennen, zu verändern, zu reflektieren, ist ein Mensch gefragt, der einem anderen Menschen einen Raum öffnet, in dem er einfach mal er/sie selbst sein kann.

    Es fehlt vielen Menschen jemand im nahen Umfeld wie Partner, gute Freunde etc. für den Austausch, für Alltagsreflektionen, fürs Zurechtruckeln. Wir reiben uns nicht mehr aneinander, weil wir immer weniger in Interaktion treten und das Miteinander mit echten Menschen weniger wird.

    Es ist nicht Therapie, es ist nicht Coaching. Neue Berufsidee: Interbeing-Spezialist. Ich muss nachdenken.

    Einen liebevollen Venustag allen mit möglichst vielen echten, authentischen Begegnungen, die euer Herz erwärmen, den Geist anregen und euch lebendig fühlen lassen.

     

    Falls dir bei all dem Schnee nach Farbe ist – Sigrid hat dir einen Tulpenstrauß fotografiert! Danke!

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