Erstaunlicher Film

Turbulent ist das passende Wort für diese Tage. Auf allen Ebenen dehnen sich Komfortzonen. Also habe ich mir Zeit genommen, einen Film anzuschauen, der lange auf meiner Liste stand und der in der Arte Mediathek zu finden ist. Matthias Glasners Film Sterben von 2024 mit Lars Eidinger, Corinna Harfouch und vielen anderen ist herausfordernd. Er zeigt ungeschönt, was hinter vielen Haustüren geschieht und was kaum Worte findet. Ungeliebte Kinder. Sucht. Selbstzweifel bis zur Selbstaufgabe. Pflegesituationen, Krankheit und Tod, dazu ein erstaunliches Musikgerüst, das am Ende in einem Celloton verweht.

In meiner Arbeit bin ich häufig mit dem Tod konfrontiert, sei es, weil eine schwere Erkrankung für die Wahrnehmung des Themas sorgt, Angehörige durch Pflege erschöpft sind oder es um Ängste geht. Der Tod ist uns allen bewusst, er ist nicht das, was Sorge bereitet. Es ist das ungelebte Leben, das wir bereuen werden, wenn der Tod schneller kommt als gedacht. Es sind die aufgeschobenen Wünsche, Pläne und Gedanken. Das ist dann der Moment, in dem uns jede Minute vor Augen steht, in der uns das Ende nicht bewusst war und die wir deshalb nicht lebendig waren. Es macht so viel Sinn, vom Ende her zu denken und sich die Frage zu stellen: Wie wäre meine Entscheidung, wenn ich wüsste, dass meine Zeit bald zu Ende ist? Mit wem oder was würde ich diese Zeit dann wie verbringen?

Einen lebendigen Wochenteilungstag allen.

 

Wie ein Tor stehen die Mauerreste zwischen den bunten Bäumen auf Stephanies Bild. Danke!


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