„Wie geht es dir?“

„Wie geht es dir?“ In aller Regel Floskel. Hier antwortet man „passd scho so“. Wie geht es jemandem wirklich? Natürlich stelle ich in der Praxis diese Frage auch. Nicht selten kommt dann: „Keine Ahnung, ich muss erstmal gucken“ (wo gucke ich dann hin?!). Wir sind permanent aushäusig. Sprich: Wir benutzen den Körper, bewohnen ihn aber nicht. Da zahlen wir Geld für Achtsamkeitsretreats und checken nicht, dass unser Leben das entscheidende Retreat ist. Im abgeschiedenen Wald auf tollen Meditationskissen, fern meines stressigen Alltags, bekocht und betüttelt kann ich vermutlich leichter in die Stille kommen (die man dann nicht aushält, weil man sich selbst nicht aushalten kann).

Entscheidend: Kann ich mich mit mir verbunden fühlen im Chaos eines normalen Alltags? Das kann ich nur, wenn ich mir meines Körpers bewusst bin. Da wollen wir so gern ins Hier und Jetzt kommen und glauben, dass es eine mentale Frage ist. Wenn ein Teil von uns nicht im Hier und Jetzt ist, ist es in aller Regel unser Denken – das ist in der Vergangenheit, in der Zukunft, beim Nachbartisch, sonstwo. Hundertprozentig 24/7 im Hier und Jetzt ist unser Körper. Er atmet nicht für nächste Woche vor oder verdaut das Essen von vor 30 Jahren, sondern ist stets da, wo er ist.

Wie oft am Tag unterbrichst du deine Hirntrance, um deinen physischen Körper ins Bewusstsein zu holen? Wie würde die Antwort auf die Frage „wie geht es dir gerade“ dann ausfallen? Einfach mal spüren. Erstaunlich, oder?

 

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