
Zäune – Abgrenzung, Sicherheit, Klarheit: mein Tanzbereich, dein Tanzbereich. Schutz für Tiere und Kinder, nicht auf befahrene Straßen zu rennen, sie sollen unbefugten Eintritt verhindern, was sie selten wirklich tun.
Wir Menschen in diesem Land zäunen gern ein, eine Territorialmarkierung. Jenseits des Zauns ist die schreckliche Welt, diesseits der geschützte Raum. Den Begriff „Einfriedung“ finde ich schön, denn in diesem Wort steckt nicht die klare wachmachende Aggression des Z-Lauts, sondern der Friede, der entstehen könnte, wenn jeder weiß, wo er sich befindet.
Ich habe eine Abneigung gegen Zäune und es bisher geschafft, niemals einen Zaun aufzustellen, egal, wo wir gewohnt haben. Ausnahme bildet ein 30 cm Zierzaun, der ist Pseudoschutz, weil dahinter eine durchaus dornige Heckenrose ist. Ich mag keine Zäune, sie erinnern an „Rasen betreten verboten“. Im Dorf meiner Kindheit gab es um die Höfe oft hohe Mauern, das hatte durchaus Gründe, ansonsten standen Türen und Tore stets offen. Wir mussten keine Angst haben, dass Menschen in böser Absicht eindringen, etwas entwenden oder zerstören. In der Stadt um uns herum haben die meisten Menschen Zäune und undurchdringliche Hecken. Manchmal überlege ich, ob ich die Welt zu rosarot sehe. Für mich ist ein Grundstück auch ohne Zaun ein geschützter Raum, den ich nur betrete, wenn ich die Erlaubnis habe. Ehrlicherweise würde ich mir das grundsätzlich für alles „Fremde“ wünschen – es gehört mir nicht, es ist nicht mein Zuhause, ich achte und respektiere es. Jaja, ich weiß, zu idealistisch.
Barcelona, Gaudizaun, von Theresa fotografiert. Danke!

