
Als Kind teilte ich Häuser in Häuser, Gebäude und glückliche Häuser ein. Gebäude waren alle Bauwerke, die der Arbeit dienten, in Häusern lebten die freudlosen, klatschbasigen und Kinder verscheuchenden Leute und die glücklichen Häuser strahlten (ohne dass ich immer wusste, wer darin lebte!) einen schon von außen an. Sie wirkten einladend, freundlich und wie eine warme, schützende Hülle, wenn man aus dem Chaos des Alltags außen nach innen kam. Bis heute schaue ich mir Häuser mit dieser Einteilung an. Wenige Häuser sind glückliche Häuser. Das liegt nicht am Stil, ich habe auch glückliche Häuser auf meiner Freuliste, deren Stil mir kein bisschen gefällt, das ändert an der Ausstrahlung von Frieden, Einladung und Ruhe nichts. Bei den meisten Häusern weiß ich nicht, ob die Menschen darin wirklich frohen Herzens sind. Ich grüße diese Häuser jedes Mal, wenn ich daran vorbeifahre oder laufe und freue mich, dass sie lächeln und ermutigen, das eigene Haus auch zu einem glücklichen zu machen.
Gaudis Casa Battló scheint mir ein glückliches Haus zu sein – vom Drachen wie beschützt, lichtdurchflutet und geheimnisvoll birgt es Geschichten, Träume und Farbenspiel. Vom Dach aus gibt es eine Stelle, an der man bis zur Sagrada Familia schauen kann.
Theresa hat Casa Battló in Barcelona fotografiert. Dankeschön!

