Menschen die auf Kühe starren

Trennungen. Überforderung. Streit. Totale Erschöpfung. Ein Team eskaliert kurz vor der Sommerpause. Betriebsbedingte Kündigung. Die Liste ließe sich derzeit endlos fortsetzen.

Was könnte eine Antwort sein? Erstmal durchatmen. Sich einen Überblick und soweit wie möglich Klarheit verschaffen, was konkret los ist. Prüfen, worauf ich selbst Einfluss habe und was ich wo wie adressieren kann. Klar kommunizieren, was geht und was nicht mehr. Wenn im Außen das Mögliche getan ist, ausatmen und nach innen gehen. Wie kann ich annehmen, was gerade ist? Was zeigt sich mir? Erinnert mich diese Krise daran, was ich wirklich will und es ist eine Einladung, dem zu folgen? Was mag ich betrauern, wo darf aufkommende Wut hin, welcher Teil in mir ist froh über die Situation? Die Tür zur Zukunft geht zunächst nach innen auf. Ich sortiere mich, lausche, atme, öffne innere und äußere Scheuklappen, hole mir Hilfe, was immer not-wendig ist. Sorge gut für den Körper in einer Krise. Was braucht das gesamte System? Schlaf? Ruhe? Eine Wanderung durch die Natur? Viel Wasser? Was immer – annehmen, was ist. Loslassen, was nicht mehr ist. Es für möglich halten, dass das Neue aufregend und spannend sein darf. Und Zeit lassen. Entwicklung darf ein Prozess sein.

 

Beate hat Kira beim Ausruhen fotografiert. Danke für das Foto. In einer schweren Krise bekamen wir mal den Rat, den Kühen einen halben Tag lang zuzuschauen. Wir dachten erst an einen Hörfehler. Dann haben wir uns neben eine Kuhherde gesetzt. Ein bemerkenswert sinniger Rat.


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