
Ich arbeite mich durch einen Stapel an Literatur zu unterschiedlichsten Themen. Auf der einen Seite sind das Aufsätze von Ita Wegman aus der Zeitschrift Natura über die damals neu entstehende anthroposophische Medizin, zum anderen Abhandlungen über Raum, Zeit und Architektur für die Recherche meines Buches. Daneben verdanke ich – zur Hitze on top – Dr. Fritz Hemmerich gerade schlaflose Nächte, weil er binnen weniger Wochen mehrere großartige Bücher über Mastzellen, essenzielles Nein des Körpers und „Der Finger und das Ohr“ zur Regulation des Nervensystems veröffentlicht hat und ich sie nach und nach lese (um sie 100 Mal wieder zu lesen), weil ich sofort Klientinnen und Klienten vor Augen habe, denen die Erkenntnisse hilfreich sein werden. Da sitze ich mit meinem Waschlappen auf dem Kopf (der raucht vom Inhalt der Bücher und von der Wärme) und staune. Ich krame Palladios Grundlagenwerk „Vier Bücher über die Architektur“ aus meinem Studium vor über 40 Jahren heraus und weiß jetzt wieder, weshalb mir das damals schon wichtig war, nehme an Platons Gastmahl teil für eine Seminarvorbereitung und denke mir – Geschenke. Einfach Geschenke, sich damit befassen zu können und jetzt mit viel Lebenserfahrung zu erkennen, wie viele einst lose Fäden sich nun zusammenfügen. Fast (nur fast) vergesse ich dabei die Hitze. Wobei alles über 20 Grad für mich schlimm ist, insofern kommt es bei 40 Grad auf nix mehr an.
An dem Ort sitze ich gedanklich oft – ein Innenhof am Goetheanum. Das hilft mir enorm beim Denken und Fokushalten.

