Zarte Haut

Zweimal an einem Tag massiver Wunsch nach Ruhe. Draußen tobt das Hitze-Leben, im Therapieraum wird es gefühlt eiskalt. Erschöpfung, müde sein von einem Kampf, den man nicht gewinnen kann. Wir folgen dem Faden des Schmerzes, finden tiefe Wunden und viele Schichten Beruhigungspflaster. Schweigen ist eine gigantische Power, mit der man Menschen zum Verstummen bringen kann.

Aussprechen, was nie benannt worden ist. Worte finden für Unsagbares. Einen Raum öffnen und halten, in dem sein kann, was nie sein durfte.

Ausatmen. Tiefes Gähnen. Das System löst die Anspannung. Tränen kommen, ein zartes vorsichtiges Lächeln. Wie ein Häuten aus Enge, Begrenzung und vorsichtiges Herantasten an das Neue. Eine zarte neue Haut braucht Schutz und Achtsamkeit, Gesehensein, Liebe.

Wenn wir unseren eigenen Krug erst füllen, ehe wir anderen etwas anbieten, ist das wichtig und in Ordnung. Ich darf atmen, ich darf sein. Ich darf mein Leben in die Hand nehmen. Eine sehr andere Sicht als „ich will dieses Leben nicht mehr“. Stille Momente sind das.

 

Stephanie sorgt heute für deine Augenferien! Danke für dein Foto!


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