
Treppenhäuser. Schwellenorte zwischen Stockwerken und Leben. Auf jedem Absatz Türen, die in unterschiedliche Welten führen. Je weiter oben, desto besser vielleicht die Luft, die Aussicht. Je weiter unten, desto seniorenfreundlicher, dafür lauter. Oder vielleicht ist jemand froh darüber, in einer großen Stadt generell eine Bleibe gefunden zu haben.
Treppenhäuser erzählen nicht nur Häusergeschichten, sondern vor allem die ihrer Bewohner anhand der Spuren, die sie tragen. Kratzer, Kritzeleien, heruntergefallene Brösel oder frisch gewischt, gekehrt und das Treppenabsatzfenster laut Hausordnung wöchentlich Hochglanz poliert mit korrekt gelegten Schmutzmatten.
Das Leben ist manchmal wie eine Treppe. Richtig viele Stufen. Keiner weiß, wie hoch am Ende das Gebäude wird, auf welchem Absatz man vielleicht lange hängenbleibt, zwischenrein tief fallen kann.
Manche Treppenhäuser erzählen lebendige Miteinandergeschichten, wo sich die Mieter im Treppenhaus treffen, Kuchen, Kaffee, Tee, feine Spezialitäten der jeweiligen Heimat austauschen und in Kontakt sind, wo jeder weiß, wer mal einen Wasserkasten getragen braucht und wo die alleinerziehende Mama froh ist über jemanden, der Wäsche faltet. Andere sind steril, unnahbar, anonym. Keiner kennt den anderen, jeder bleibt für sich. Jeder Ort der Welt kann ein lebendiger Begegnungsraum sein. Egal wo. Es braucht nur die Bereitschaft, die Tür aufzumachen und Hallo zu sagen.
Stephanie hat das Foto gemacht. Danke.

