Langsam ist das schnellere schnell

Langsam – schnell. Wir erleben eher derzeit die schnelle Zeitqualität, haben den Eindruck, als flöge alles an uns vorüber (oder uns um die Ohren). Ebenso handeln wir gern schnell. Das limbische System klickt „Kaufen“ quasi von selbst an, ehe der Verstand ein Veto einlegen und argumentieren kann, dass wir bereits zwei Paar Sandalen besitzen. Schnelle Entschlüsse im Außen auf allen Ebenen. Feuer flackern auf und sollen rasch gelöscht werden. Was, wenn das schnelle Löschen gute Lösungen verhindert? Schnelle Lösungen basieren oft auf Macht Einzelner. Sie haben die Macht, eine schnelle Lösung anzuordnen, die für viele weniger Mächtige oft sehr negative Folgen hat. Die Welt ist voll mit schnellen Entscheidungen, die ganze Völker in den Untergang führen können. Langsame Lösungen bedeuten, dass  ich es aushalten muss, dass schnell nicht gut wäre. Dass ich erst Optionen einholen, mich austauschen mag, die Macht der Entscheidung sich auf viele verlagert, weil Diskussionen dauern. Langsam könnte im Endeffekt bedeuten: Menschen werden ermächtigt, selbst tätig zu werden, demokratischer zu leben, weil sie in Entscheidungsprozesse einbezogen und damit in mehr Verantwortung genommen werden, Lösungen können langfristig oft sinnvoller sein als das schnelle Tun. Nicht nur in Geschichten ist langsam schneller. Wo kannst du heute mal gewaltig Dampf vom Kessel nehmen, um nicht eine Halsüberkopfentscheidung zu treffen, die dich viel kostet am Ende?

 

Das Nektarinenbäumchen nimmt sich Zeit für seine Blüten.

 


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