Es braucht seine Zeit

Gleich zwei Klienten gestern mit der ärztlichen Diagnose Burnout. Beides enorm leistungsorientierte Frauen. Beide mit der Frage: „Wie schnell bin ich wieder fit und normal?“ Beide erleben den eigenen Körper als feindlich, weil er „mich lahmlegt“. Und was versteht ein Mensch unter „normal“ – dass man wie eine Maschine funktioniert?

Als ich Kind war, sagte meine Oma sehr oft: „Es braucht sehr lange, bis Nerven ruiniert sind und noch viel länger, bis sie wieder gut werden. Deshalb muss man immer auf gute Nerven achtgeben.“ Das war keine moderne Hirnforschung, dennoch nicht weniger wahr. Es war Erfahrung nach zwei Weltkriegen und einem gut gefüllten Leben mit unglaublich viel Arbeit.

Wir kehren nach so einem tief einschneidenden Burnout, der die Biographie nicht einfach „weiterschreibt“, sondern wo vielleicht sogar ganz neue Seiten angefangen werden wollen, nicht zu dem Zustand zurück, der genau in den Absturz geführt hat! Es geht nicht darum, sich sein altes Leben wieder zu holen, sondern das neue Leben zu entdecken, das es wert ist, freudig gelebt zu werden. Der Weg dahin – ein Prozess des Anerkennens, dass es der Körper gut meint. Dass es human being heißt, nicht human doing. Ein Weg des Entdeckens, der Erkenntnisse, des Staunens und der Veränderungen im Idealfall. Wir werden sehen.

 

Das Wahrnehmen der Wunder in der Natur ist Medizin vom Feinsten. Dr. Wald und Dr. Garten sind die mächtigsten Therapeuten, denen ich zuarbeiten darf.


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