
Die Welt ist schnell. Das verleitet uns dazu, in vielem auch sehr schnell zu sein. Schnell klicken, schnell etwas haben wollen, schnell hier, schnell da. Wenn wir ehrlich sind und in die Natur schauen, ist schnell da eher relativ. Über den Winter wird geschlafen und Kraft getankt und dann geht manches durchaus fix, doch in Wahrheit langsam. Es entfaltet sich. Alles findet seine Orientierung zum Licht hin. Blütenköpfe öffnen sich sacht. Es dauert, bis aus einer Blüte eine Frucht, ein Samenkorn wird. Alles zu seiner Zeit.
Langsames Denken erfordert Anstrengung und doch ist die Slow lane in vielem der langfristig intelligentere Weg. Erst einmal genau hinschauen, Fragen stellen, sich Erkenntnisse verschaffen, dann handeln. Das ist nicht in allen Fällen der beste Weg, keine Frage. Aber wo es sich nicht um Erste Hilfe handelt, wäre es oft sinnig, sich in Ruhe von verschiedenen Seiten her einer Sache zu nähern. Etwas auch mal liegen lassen, um nachzusinnen, nachzuspüren. Braucht es jetzt eine Aktion? Braucht etwas Zeit und Abstand? Was, wenn wir nicht in blindem Aktionismus schnell ein Pflaster auf etwas kleben, sondern erstmal nachschauen, was wirklich vorliegt und dann in Ruhe überlegen, was das Beste sein könnte?
Vielleicht ist heute der richtige Tag, um der Hektik der Welt Bedacht, Überlegtheit und Ruhe als Antwort zu geben?
Das Foto hat Ursula gemacht. Wunderschön! Danke!

