Kategorie: Allgemein

  • Menschen brauchen Menschen

    Das Wetter schlägt manchem aufs Gemüt mit all dem Grau und Schneematsch. Es ist weniger das Wetter. Es ruft etwas hervor, was viele nicht wahrhaben wollen – Menschen sind einsam geworden seit der Pandemie. Wir kommunizieren über technische Geräte. Da kann man sagen „ich hatte einen Netzausfall“. Ausfall meint eher Auf-fall: Mir fällt auf, dass ich es nicht mehr gewohnt bin, mit echten lebendigen Menschen umzugehen. Wenn mich jemand kritisiert, gehe ich offline und bin beleidigt, anstatt zu lauschen, zu prüfen und notfalls zu sagen – gut, dass du mich darauf hingewiesen hast, da bin ich falsch unterwegs gewesen! Danke!

    Paare schreiben sich WhatsApp-Nachrichten, obwohl sie miteinander in einem Raum sind. Kinder klingeln nicht mehr oft bei Freunden, um sie zum Spielen abzuholen, weil sie mit ihren Tablets beschäftigt sind. Infos am Arbeitsplatz kommen übers Intranet, dabei ist die Gefahr von Missverständnissen und Unklarheiten deutlich höher, als wenn man zehn Meter über den Flur geht (Bewegung kostenlos) und direkt etwas bespricht.

    Das Wetter verhindert, dass wir in Fußgängerzonenmassen mäandern und nicht als Single wahrgenommen werden, wenn es sehr voll ist. Jetzt sieht man, wer alleine unterwegs ist und sich gegen den kalten Wind stemmt. Nix derzeit mit rumhängen mit Weinglas in der Hand auf Brücken (das macht man in Würzburg sehr gern) und sich als Gruppe fühlen.

    Menschen brauchen Menschen. Zum Erkennen von Macken, um sich aneinander zu reiben, zu lachen, weinen, meckern und kichern, zum Leben und sich lebendig fühlen. Das Wetter ist nur Winter.

    Einen liebevollen Venustag mit vielen wunderbaren Menschen in deinem Leben!

     

    Danke für das geniale Foto, liebe Stephanie.

  • Alleinsein – Einsamsein

     

    Alleinsein ist wundervoll. Einsamkeit kann schwer sein. Wähle weise und habe immer einige wenige liebevolle Menschen in deinem Feld, mit denen du das Leben still und friedlich werden lassen kannst.

    Stephanie hat das wundervoll blaue Foto gemacht. Dankeschön.

  • Verrückt

    Diese Woche ist ein wenig verrückt. Erstaunliche Termine mit spannenden Klienten und Themen. Der Bruder hat ebenfalls täglich einen, manche „zwischen 9 und 15 Uhr“. Das macht mich etwas fuchtig, weil ich nicht weiß, ob ich Termine verlegen muss oder alles gut läuft. Zahnarzt, Ergotherapie, Kontrollbesuch, dass die Pflege gut gewährleistet ist, Hausarzt-Visite, Krankenkommunion. Alle wichtig, alles gut. Darum herum gruppiere ich meine Arbeit und essen, frische Wäsche etc. wollen alle auch. Eines der Kinder hat einen Wildunfall, Auto lädiert. Glücklicherweise keine Verletzten, vom bedauerlichen Reh und mächtig Schrecken abgesehen.

    Was mich dagegen positiv flasht ist – wer hätte es gedacht – ein Buch von Dr. Fritz Hemmerich: Energie hoch. Erschöpfung runter (Remote Verlag). Jede Seite praxisnahe Offenbarung, wissenschaftlich fundierte UND herznahe Erfahrung. Der Mediziner leitet seit vielen Jahren ein Salutogenesezentrum auf Teneriffa und gibt sein Wissen vielfach weiter: https://www.eridanos.org/

    Allen einen glücklichen und unfallfreien Jupitertag.

    Manche Orte haben die Qualität, einen sofort in ein ruhiges Atemfahrwasser zu bringen wie hier das Goetheanum in Dornach.

  • Atme und fühle

    Atme und fühle, dass das Universum in dir lebt.

     

    Rumi

  • Zahnkontrolle bitte

    Ich feiere meinen Bruder! Er hat tatsächlich den Mund aufgemacht und seine Zähne anschauen lassen! 2023 waren wir das letzte Mal beim Zahnarzt, zwei Kontrollen sogar, fast wie andere Menschen auch (hätte er den Mund aufgemacht). Nur – er ist nicht wie andere Menschen. Er muss Krankentransport fahren, sich auf eine unbekannte Praxis und Menschen einlassen und hatte jedes Mal mit wochenlanger Erkrankung wegen Angst und Panik reagiert. Im Winter sagt die nette Dame, die ihn alle drei Monate besucht, um die Pflege zu prüfen – es gibt jetzt ambulante Möglichkeiten, der Zahnarzt kommt ins Haus.

    Termin ausgemacht bei „Mainzahn“ (https://mainzahn.com/)  und – eine superfreundliche Zahnärztin mit Lupenbrille kommt, ist tiefenentspannt, zwei fröhliche Helferinnen. Der Bruder bekommt direkt einen kleinen lauten Anfall und will aus dem Rollstuhl hüpfen, beruhigt sich aber für seine Verhältnisse umgehend und macht den Mund auf. Viele Male. Wir können alle Zähne anschauen. Alle!! Von vorne bis hinten. Resultat: Mega geschrubbte Zähne. Prima gereinigte Zahnzwischenräume (sein Sortiment an Interdentalbürsten wäre der Stolz einer Ausstellung beim Zahnarztkongress). Sein Putzprogramm offenbar gut (wir schrubben drei Mal am Tag, weil ich ihm eine Vollnarkose wegen Füllung ersparen mag). Aufwand für seine Zahnpflege am Tag: mindestens 30 Minuten. 1 Füllung hat er und durch einen Unfall zwei überkronte Schneidezähne. Der Rest ist „original erhalten“.

    Wenn du denkst – was für ein Quatsch, wo soll denn da das Problem sein? Dann sage ich dir: Normale Dinge sind für einen Menschen mit richtig krassen Behinderungen eben nicht möglich. Dass er den Mund heute aufgemacht hat, ist das Resultat von drei Jahren Schrubben (bis der Arzt kommt) und Üben, den Mund aufzumachen und 1000 Kilo Glück, dass er einen super Tag hatte.

    Danke, dass auch Zahnarzt nun durch einen Hausbesuch möglich ist! Wie sehr feiere ich Initiativen wie z.B. Hospital at home an der Klinik Arlesheim, durch die Pflegenden richtig viel Druck genommen werden kann für mehr Menschlichkeit in der Medizin: https://www.klinik-arlesheim.ch/unser-angebot/medizin/701-hospital-at-home

    Allen einen gesunden Wochenteilungstag!

    Stephanie hat das Morgenfoto gemacht, Danke!

  • Glückliche Menschen

  • Medizin der anderen Art

    Christian Morgensterns Text „Träum Kindlein träum“ habe ich letzte Woche von Aurelia geschickt bekommen. Ihre kleine Tochter liebt den Text und kann ihn auswendig sagen, obwohl sie noch sehr klein ist. Herrlich! Wie schön, wenn Kinder Freude an Gedichten haben. Das Sprechen von Gedichten ist nicht nur für unsere Atmung und das Sprachgefühl gut, ich setze das auch in der Arbeit mit Klienten ein. Zungenbrecher aufsagen oder Morgensterns Galgenlieder mit der nicht dominanten Hand abschreiben können uns schnell ins Hier und Jetzt bringen, wenn negative Gedankenvögel durch unser Gemüt brausen.

    Texte in vielerlei Versmaßen helfen uns beim Gehen, wieder Ruhe und Ordnung in den Kopf zu bringen. Einen Fünfstern laufen und dabei still einen Text durchfühlen bringt uns in die innere Mitte. Sprache ist für mich eines der größten Wunder des Menschen. Die Herkunft der Worte ist faszinierend, ihre Wirkung nicht minder. Probier mal von Morgenstern  „Das große Lalula“ ernsthaft, ruhig und gediegen zu sprechen, während du auf einem Bein stehst. Oder nimm dir sein „Fisches Nachtgesang“ vor – wer da nicht an das Koan denkt „Wie klingt das Klatschen einer Hand?“

    Was in der Schulzeit vielleicht nervig war und peinliche Momente bescherte (wenn du mitten in Schillers Kranichen des Ibykus steckengeblieben bist) empfinde ich heute als „Medizin der anderen Art“. Wenn mich etwas überwältigt, sage ich innerlich oft Texte auf – wie ein Leitpfosten im Nebel hält mich das halbwegs in der Mitte. „… und grausig gutzt der Golz“!

     

     

    Manuela hat dieses zauberhafte Schneebild geschickt. Danke dir!

  • Träum, Kindlein, träum

    Träum, Kindlein, träum!

    Im Garten stehn zwei Bäum‘.

    Der eine, der trägt Sternlein,

    der andre Mondenhörnlein.

    Da kommt der Wind der Nacht gebraust –

    und schüttelt die beiden mit rauher Faust.

    Das Mondenhörnleinbäumlein steht,

    als wäre gar kein Wind, der weht.

    Dem Sternenbäumlein aber, ach,

    dem fallen zwei Sternlein in den Bach.

    Da kommen zwei Fischlein munter –

    und schlucken die Sternlein hinunter.

    Und hätte es nicht sterngeschnuppt,

    so wären sie nicht so schön geschuppt.

    Träum, Kindlein, träum,

    im Garten stehn zwei Bäum…

    Der eine, der trägt Sternlein,

    der andre Mondenhörnlein…

    Träum, Kindlein, träum…

    Christian Morgenstern

    Das Vollmondfoto hat Britta Leonhard-Kuschner gemacht. Herzensdank!

  • Grüne Fantasie

             

    Traditionell Anfang Februar wird unsere Jahrespflanzenbestellung aufgegeben. Welche Lücken sind im Garten entstanden und womit bestücken wir die durch den Gewächshausbau entstandenen neuen Beete? Der Rühlemannkatalog wird wochenlang durchgeblättert. Wir lesen, staunen und überlegen. Nachdem bei uns kein Rasen gedeiht (logisch bei dem Ministück, auf dem zudem noch unsere Obstbäume stehen), werden wir in diesem Jahr die Fläche füllen mit Rasenpflanzen – kriechende Thymiane, Rasenkamille und anderes. Mal schauen, wie es wird. Alles, was blüht und duftet, ist willkommen. Wir sind wir Fans von Tees aus dem eigenen Garten, von Gewürz- und Heilpflanzen aller Art. Im Gewächshaus wachsen Feldsalat und Spinat, dieses Jahr wird unser erstes Testjahr mit dem Haus. Der Bruder wünscht sich Melonen, Gurken und Tomaten. Er freut sich schon, denn der Weg zum Gewächshaus ist breit genug für den Rollstuhl. Samentüten werden vorsortiert, das werfen wir immer zwischendurch überall in den Garten und freuen uns, wenn die Vögel was übriglassen. Bei jedem Artikel kommt der Kommentar von der Seite: „Bist du sicher, dass das noch reinpasst? Wird das nicht groß?“ Beim Bienenbaum hatte er Recht. Der wäre zu umfangreich. Dafür ist ein (weiterer griechischer) Bergtee auf die Liste gerutscht. Notfalls geht der in einen Kübel, davon stehen hier auch genug. Dicht bepflanzen können wir 🙂 Habt einen tollen Wochenstart!

     

    Letzte Woche lag eine dicke Schneeschicht auf dem Gewächshaus. Doch bald schaut es wieder so aus wie auf dem zweiten Foto. Vorfreude ist eine wunderbare Sache.

  • Ergreifend neue Sinnesreize

    Ergreifend neue Sinnesreize

    Erfüllet Seelenklarheit

    Eingedenk vollzogner Geistgeburt

    Verwirrend sprossend Weltenwerden

    Mit meines Denkens Schöpferwillen.

    Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

    Jedes Jahr denke ich bei der Zeile „Ergreifend neue Sinnesreize“ an unseren Muskatellersalbei – der Geruch und die Haptik sind Sinnesreize pur. Ab diesem ersten Februarspruch freue ich mich auf die Blüten und die Holzbiene, die ihren Winterschlaf hält und Muskatellersalbei liebt, vielleicht auch.