Mittwochs-Nachdenk-Input

Manches ist jetzt für 2019 „zum letzten Mal“. Zum letzten Mal traf sich die Würdekompassgruppe am Montagabend und das war eine supertolle Runde zwischen 25 und 72 Jahren! Großartig. Unterschiedlichste Lebensalter, Erfahrungen, Wünsche, Vorstellungen und alle eint die Frage der Würde.

Wir haben uns intensiv Gedanken gemacht, wie Erziehung aussehen sollte, damit eine Generation Menschen heranwächst, die nicht erst durch ihre Fragen ans Leben daran erinnert werden müssen, dass sie Würde besitzen, sondern die Würde selbstverständlich als inneren Kompass haben im Denken, Fühlen und Wollen.

Anhand der eifrigen Diskussion in der Gruppe fiel uns auf, dass miteinander reden das Einzige ist, was Gräben unterschiedlichster Weise überwinden kann – religiöse, ethnische, gegensätzliche Überzeugungen und vieles mehr trennt Menschen, und doch sind die Grundbedürfnisse der Menschen global sehr ähnlich.

Ethik wurde genannt mit der Würde als Kompass, wobei wir sehr viel darüber nachdachten, was Ethik bedeutet. Eine umfangreiche Gruppe wurden Werte. Ohne Werte kann Erziehung nicht gelingen, hat Wirtschaft nur Profitgier im Fokus, können Menschen keine gemeinsame Basis finden. Einige Werte haben wir zusammengetragen, sie eint, dass sie allesamt frei sind von Gewalt.

Der Begriff der Resilienz war wichtig – wenn auch nur ein Mensch im Umfeld eines Kindes diesem das Vertrauen gibt „du wirst es gut machen im Leben“, ist das eine besondere Seelennahrung, die Menschen lebenslang stark machen kann. Dazu gehört auch, dass jeder Mensch zu 100 Prozent die Verantwortung für sein Denken, Fühlen und Handeln übernimmt. Niemand zwingt mich dazu, mich gut oder schlecht zu fühlen, das sind Entscheidungen, die ich selbst treffe. Wenn uns das bewusst wird, entsteht ein großes Stück Freiheit, Verantwortung fällt jedoch vielen schwer.

Bedingungslose Liebe war ein wichtiger Punkt – ich werde geliebt, weil ich bin, nicht weil ich etwas leiste, etwas Tolles mache, mich verbiege. Das generiert keine lahmen Schnarchnasen, die sich für nichts anstrengen wollen, sondern stellt eine Basis dar, auf der das Kind bestens gedeihen kann.

Kurz streiften wir den Gedanken des bedingungslosen Grundeinkommens. Vielleicht vertiefen wir diesen Aspekt bei einem anderen Treffen.

Frei-fühlig, eine Wortneuschöpfung von Roman. Wenn Freiheit ein Grundwert ist, dürfen wir frei-fühlig werden, um ein gutes Gespür für uns selbst und die anderen zu bekommen, denn Freiheit endet da, wo die eines anderen beginnt. Dafür braucht es Wahrnehmung und Sensibilität.

Der letzte Punkt war „Entwicklung“ – was will sich denn aus dem Kind heraus in die Welt hinein entwickeln? Welche Welt möchten wir alle entwickeln, und inwiefern weist uns das WWW auf den Wunsch der Menschheit nach Vernetzung hin? Wir brauchen „Vernetzung“, aber eher im Sinne von „König Indras Netz“ – Verbindungen aller mit allen, jedoch im Bewusstsein der Schönheit, Würde und Mitmenschlichkeit von sich selbst und allen anderen. Was entwickelt sich auch aus der Zukunft hin zu uns?

Natürlich sind das ideale Vorstellungen. Wenn ich jedoch nicht die „best version“ denke, als Ideal beschreibe und als Sehnsucht im Herzen einsäe, erreiche ich wenig. Ohne Vision kein zielgerichtetes Handeln. Spannend, dieser Abend, so konzentriert und vielfältig, lebendig und wertschätzend! Vielen Dank an alle! Jeder kann gern zu dieser Gruppe dazukommen. Wir treffen uns wieder am 3. Februar um 19.30 Uhr und vertiefen unsere Arbeit zum Begriff der „Würde“.

Allen einen wunderbaren Merkurtag mit viel Beweglichkeit!

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