Mittwochs-Nachdenk-Input

 

Schmerz vermeiden – das ist ein wesentlicher Bereich unseres Lebens. Wir tun viel dafür, um keine Schmerzen zu haben. Wenn sie auftreten, überlegen wir, wie wir sie schnellstens loswerden können. In aller Regel tun wir das mit Medikamenten, fix eine Tablette gegen Kopfschmerz, da eine gegen Magenschmerzen, hier eine Salbe gegen Hexenschuss, dort etwas gegen den Gichtanfall und im schlimmsten Fall eine Operation.

Schmerz ist ein Warnsignal. Er weist darauf hin, dass etwas nicht stimmt. Egal, ob es sich um eine akute Verletzung oder etwas anderes handelt, Schmerz sollte uns in erster Linie aufmerksam machen. Er hat Aufforderungscharakter, nervig wie er ist: schau hin. Schau genau hin, was hier nicht stimmt und behebe die Ursache. Und da liegt die Krux. Wir beheben die Ursache selten, denn dann müssten wir an unserer Lebensführung etwas verändern. Vielleicht die Ernährung umstellen. Vielleicht mehr Bewegung in den Tag einbauen. Vielleicht besser dafür sorgen, dass wir nicht Tag und Nacht vor dem PC hängen, egal, ob es sich um ein Handydisplay oder den Rechner im Büro handelt. Auszeiten nicht mit Unfug füllen, sondern Auszeiten für Stille nutzen, um endlich da hinzuhören, wo es not tut. Manchmal schildern mit Klienten, dass sie Schmerzmittel nehmen und dann weniger einsam sind. Was seltsam anmutet, ist richtig – Schmerz und Einsamkeit werden im gleichen Hirnareal verarbeitet. Wir sind schon so einsam in unserer hochvernetzten Welt, dass wir Schmerzmittel schlucken, um weniger allein zu sein. Finde den Fehler.

Allen einen beweglichen Mittwoch!

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