Donnerstags-Nachdenk-Input

In Wellen verläuft gerade die Stimmung im Land. Woche 1: keiner nimmt Corona ernst, es ist für uns eine Sonderform der Grippe, mehr nicht. Woche 2: Es sickert ins Bewusstsein, dass Corona etwas ist, das doch mehr Einfluss hat als gedacht. Woche 3: Panik und Schockstarre über Bilder aus Italien, Ausgangsbeschränkungen. Woche 4: Es wird seltsam. Magisch, mystisch und bizarr. Schräg ohne Ende. Völlige Verwirrung, ob wir von Aliens beeinflusst werden, die guten Geister doch siegen werden und wer den Virus jetzt ganz bestimmt in die Welt gesetzt hat. Ich weiß noch nicht, ob ich den Virus für schlimmer halten soll oder das, was er freisetzt.

Vielleicht ist es sehr schlicht heruntergebrochen. Für den Moment denke ich, dass unsere Aufgabe darin besteht, den Alltag gut zu gestalten. So, dass wir gesund bleiben, so, dass andere gesund bleiben. Es ist unsere Aufgabe, jeder an seinem Platz, soweit wie möglich dafür zu sorgen, dass die Alltagsdinge funktionieren. Und es ist unsere Aufgabe, die Zeit zu nutzen, um uns klar zu werden, dass Corona ein weltweites Signal ist zum Aufwachen. Das müsste inzwischen in den meisten Köpfen angekommen sein. Das ist kein Grund zur Panik, sondern eine herausragende einmalige Chance, Werte neu zu definieren und den Menschen gerade hilfreich zur Seite zu stehen, die erkranken und denen, die den Laden gerade am Laufen halten.

Wenn es Menschen hilft, sich dabei mit der geistigen Welt zu verbinden und ihre Kraft zu erbitten – wunderbar. Ohne Glauben wird es sehr eng im Leben. Dazu braucht es keine Geisterbeschwörungen, Weltuntergangsszenarien und ähnliches. Im Grunde wäre ein im tiefsten Herzen empfundenes Danke/Amen/Aum ein ausreichendes Gebet.

Schauen wir uns in der erwachenden Natur um. Nutzen wir diese Chance, anders in die Welt zu gehen als vorher. Begreifen wir, was das für ein Moment ist. Eine weltweite Zäsur hat es so noch nie gegeben. Seien wir uns dieses historischen Augenblicks bewusst und versemmeln wir diese Chance nicht! Stellt euch vor, in 300 Jahren steht in den Geschichtsbüchern, dass die Menschheit im Jahr 2020 DIE gigantische Chance bekam, das System zu resetten. Und was haben sie daraus gemacht? Klopapierhype, Maskenkampf, Egogezicke, Budenkoller, Panikschüren, Ravioli essen und nach Corona gierig zum alten Gegeier zurückkehren, mit weniger Läden und auf tiefstem Niveau, aber das wurde schnell aufgeholt …

Wie wäre es mit: Die Menschheit hielt wirklich ernsthaft inne. Sie verstand – jetzt brauchen wir Werte. Menschsein soll ein Qualitätsmerkmal sein wie früher „made in“. Menschsein bedeutet Freiheit im Geist, Verantwortung in jedem Herzen, Miteinander im Verbund mit den Naturreichen. Achtsam, aufmerksam und freudig. Jenseits aller Sprachgrenzen, religiöser Trennungen und Systeme. Weil jeder verstanden hat, dass er verantwortlich ist für sein gesamtes Denken, Fühlen und Wollen. Weil Bedürfnisse überall sehr ähnlich sind. Im Jahr 2020 hat die Menschheit den Sprung geschafft aus der Egozentrik ins Feld des Miteinanders, sie schaffte es, die alten Denksysteme zu sprengen, out of the box den Geist zu weiten. Die Menschen waren sich nicht immer einig, aber bereit, das erste Mal aufeinander zu hören, statt nur Gelaber downzuloaden. Sie erkannten: ich bin nichts ohne die anderen. Die anderen sind nichts ohne mich. Jeder ist einmalig und trägt seinen Teil bei, weil Menschen verstanden: Respekt, Achtung, Wertschätzung, Würde, Verbindlichkeit, Klarheit, Ruhe, Überlegung, gemeinsames Beratschlagen, Kunst, Kultur, Sport, Achtung vor dem Leben als höchstem Wert an sich sind die Leitlinien allen Tuns. In den Schulen wurde fortan das Menschsein gelehrt, weil es eine der schwersten Aufgaben auf dem Planeten ist. Und ein jeder wurde gefördert, weil Wissen wichtig ist, egal ob im naturwissenschaftlichen Sinne, im sozialen, spirituellen oder künstlerischen. Wir brauchen alles, um ganz Mensch zu sein. – das würde ich gern lesen über uns. You decide.

Möge der Jupitertag die nötige Ruhe und Weisheit reinbringen.

 

Danke an Gabi für das Rindenfoto. Dieser Baum hat viel erlebt. Schenken wir ihm und der gesamten Natur viele wunderbare Jahre des Wachstums und des Geschichtenerzählens. Lasst es gute Geschichten werden.

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