Donnerstags-Nachdenk-Input

Bach, der Komponist, dessen Name auch in Noten geschrieben werden kann. Was Sigmund Freud in der Psychotherapie, ist Bach in der Musik und mehr. Das Gesamtwerk von Bach wäre das Hörobjekt, das ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Es würde mir niemals langweilig werden. Vermutlich hat die Musik von Johann Sebastian Bach mehr Einfluss auf mein Leben, Denken und Sein gehabt als der aller anderen Komponisten zusammen.

Musik macht glücklich, stellte am Dienstagabend eine Teilnehmerin beim Glücksseminar der VHS Kitzingen fest. Ja, das ist so, das kann jeder nachvollziehen, der kurz sein Lieblingslied anstimmt. Nach wenigen Takten steigt die Laune. Vieles macht uns glücklich, haben wir entdeckt. Natur, Begegnungen, Tiere, die Arbeit, das Ehrenamt, die kleinen feinen Momente im Alltag. Wir haben nach Bhutan geschaut mit dem Bruttonationalglück, auf das Glücksministerium bei uns und uns ausgetauscht, was uns an unserer Arbeit glücklich macht. Wir haben den Unterschied zwischen zu- und hinhören erlebt und ich bin gespannt, welche Beobachtungen die Kursteilnehmer mit dem Glück bis nächste Woche machen werden.

Wie nah Glück und Leid beieinander liegen, sehe ich dann in der Praxis. Am Abend das Glücksseminar, am Morgen die Frage, wie jemand mit einer ganz frischen Krebsdiagnose umgehen soll. Da findet sich nicht aus dem Ärmel eine fertige, gute Lösung, denn mit dieser Krankheit  muss jeder Mensch seinen ganz eigenen Weg finden. Gerade am Anfang ist das so hart, weil die Ärzte nach Diagnosestellung ihre Vorgehensweisen abarbeiten möchten und das möglichst ohne Zeitverlust. Es gibt natürlich Unterschiede im Wachstum von Krebszellen, aber für einen späteren Umgang mit der Erkrankung wäre es oft besser, die Patienten nach der Diagnose erst einmal durchatmen und sich wieder fassen zu lassen anstatt hohen Druck aufzubauen, dass wir „spätestens morgen“ mit der Therapie anfangen müssen, wenn vorher OP-Termine wochenlang verlegt wurden. Derartige Diagnosen brauchen ein wenig Zeit und viel Information, die erst einmal  bewältigt werden möchte. Klar darf man nicht trödeln, aber wenigstens 48 Stunden sind bei nicht akuter Lebensgefahr manchmal sehr nützlich, ehe der Patient in der Krebsmaschinerie verschwindet. Angst ist ein Geschäft auf dem Markt, sie bringt den Betroffenen aber auch aus der Lage, seine Situation angemessen und realistisch einzuschätzen. Es geht hier oft nicht um „mach ich“ oder „mach ich nicht“, sondern um das Bewältigen einer Diagnose mitten im prallen Leben und die Positionierung des Betroffenen, da wird jeder seinen Weg finden. Druck macht weniger Sinn, sondern Ruhe und Hülle, damit der Patient nicht ins Bodenlose stürzt. Ich denke, da haben wir am Morgen einen guten Weg der nächsten Schritte gefunden und so in Ruhe, in einer freundlichen Atmosphäre, kann die Würde gewahrt bleiben, der Mensch ist in seiner Integrität und kann klarer denken. Erst braucht es die Fakten auf dem Tisch und dann kann man gut überlegen und dann auch sehr gut Schritt für Schritt das Notwendige tun. Aber Angst ist kein guter Ratgeber, für nichts im Leben.

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“, heißt es. Werden wir uns immer wieder bewusst, dass wir alle in diesem Spannungsfeld jeden Tag stehen. Tun wir also auch unsererseits das Notwendige, um gesund zu bleiben. Lebensfreude gehört in jedem Fall dazu, Freundlichkeit beginnt bei mir selbst und Vertrauen.

Allen einen freudigen Jupitertag mit guten Nachrichten und ausreichend schöner Musik und allem anderen aus dem Bereich Kunst und Kultur! Dies nährt den Geist, der in unserer Welt oft ein vernachlässigtes Dasein fristet.

Danke an Steffi für das Himmelsfoto.

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