Dienstags-Nachdenk-Input

„Es wächst viel Brot in der Winternacht“ heißt es in einem alten Lied. Oh ja, in der Natur bewegt sich vieles. Die Temperaturen sind auch erstaunlich, so ein Hin- und Hergewoge. Schnaken tanzten im Garten. Meine Weihnachtsamaryllis ist aufgeblüht, sie ist weiß mit lachsfarbenen Rändern, erstaunliche Zauberblüten sind das. Und stehen ein wenig im Kontrast zu den ebenfalls daneben blühenden Hyazinthen am Fensterbrett. So begegnen sich Winter und Frühling auf eine besondere Weise.

Hui, geht das ab, das 2020! Was manche Menschen in diesen 13 Tagen des neuen Jahres bereits erlebt haben, würde für ein halbes Jahr reichen, ich staune. Das Tempo scheint sehr hoch zu sein, die Schwelle zum Ausflippen niedrig. Schnaufen wir doch erstmal durch, das Jahr kann nix dafür, dass mancherorts so viel Chaos ist. Es wird sich wieder lichten, keine Frage, die Wellen können hoch sein, sie bleiben es aber nicht. Und ja, viele Menschen sind zur Zeit sehr krank, egal, ob körperlich oder seelisch. Es ist schon sehr heftig. Was draußen in der Welt los ist, spiegelt sich im Mikrokosmos des Einzelnen.

Was ist zu tun? Erstmal Dampf rausnehmen. Erstmal durchatmen. Erstmal sich klarmachen, dass die Ereignisse, die uns widerfahren, nicht bedeuten, dass 2020 ein Horror wird. Das Jahr hat durchaus noch Chancen, abschreiben würde ich es frühestens am 31. 12. Aber versuchen wir immer wieder, die Meeresstille des Gemüts zu erreichen, die Mitte zwischen den Extremen, flexibel wie ein Bambusrohr, geschmeidig und beweglich, aber immer gewillt, die Mitte aufzusuchen, das Auge des Hurrican, in dem es ruhig scheint. Atmen, nur atmen, nur sein, sonst nichts.

Allen, denen das Chaos um die Ohren fliegt – nichts bleibt. Das Schöne nicht, das Schlimme nicht. Wir schicken euch beste Gedanken und Support, was möglich ist. Allen, die sich gerade zu Tode langweilen – keine Sorge. Es verteilt sich schon übers Jahr alles. Das Gute, das Negative. Wer weiß, ob das Negative nicht zum Guten sich wenden kann und das vermeintlich Gute sich als unerfreulich entpuppt. Bleiben wir also im Sturm entspannt und lassen unsere Ängste, unsere Wut, unsere Traurigkeit aufsteigen, benennen wir sie und erlauben ihr, zu sein. Aber lassen wir nicht alles an anderen aus. Unter jedem Dach ein Ach, jeder hat seine Sorgen zu tragen.

Im Wort Besonnenheit kommt Sonne vor – vielleicht braucht der eine oder andere ein wenig das Gefühl von Sonne. Wärmt mit einer Wärmflasche euer Sonnengeflecht und lasst eure eigene kleine Sonne langsam wieder aufgehen. Es wird für alles einen Weg geben, auch wenn wir ihn nicht sehen können. Niemand geht alleine. Wir sind da.

Allen einen wenig angriffslustigen Marstag.

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