Alles Große ist schlicht

„In der Einfachheit liegt die höchste Vollendung“ – das wird Leonardo da Vinci zugeschrieben. Alles Große ist schlicht, das zeigt meine Erfahrung. Je aufwändiger und pompöser manches wird, desto mehr entfernt es sich von dem, was wir im Herzen als „ehrlich“ empfinden. Das miteinander geteilte frische Brot ist sinniger als ein Achtgangmenü, wobei wie immer gilt: alles darf sein, hat seine Berechtigung und sicher auch seinen Reiz.

Ich mag schlichte Dinge. Klares Wasser. Tee nie mit Aromen, schon gar keine künstlichen. Ein frisch gebackenes Brot mit Butter und Salz. Karotten und Äpfel, wie sie aus dem Beet oder vom Baum kommen. Das Gänseblümchen schätze ich ebenso wie die Ringelblume, es braucht keine eingeflogenen Paradiesvögel aus den Tropen in meiner Vase. Die Bienenwachskerze darf aussehen wie eine aus Waben und vor allem riechen wie eine solche.

Das gilt auch für meine Arbeit, dieser schlichte Grundsatz. Wenn ich mit Menschen arbeite, befolgen sie sicherlich keine „Gebrauchsanweisung fürs Gehirn“ in 272 Schritten, sondern etwas, das einleuchtet (ins Herz hinein) und funktioniert. Manchmal kommt dann: „Sowas Einfaches soll wirken?“ Gerade WEIL es einfach ist, wirkt es. Einatmen, Ausatmen ist einfach. Und wirkt. Meistens.

Uns geht das Gespür für das Ehrliche, Bodenständige immer mehr verloren. Schneller, höher, weiter oder „einfach – kompliziert – dekadent“, wobei Letzteres eher als Kritik gemeint ist. Wer die Bodenhaftung verliert, entfernt sich von seinen Wurzeln. Die sind notwendigerweise auf dem Boden der Tatsachen zu finden. Dort könnten wir uns einfach mal immer wieder finden, uns im wahrsten Sinne des Wortes erden und uns fragen, was wir denn überhaupt noch unverfälscht, ehrlich und wahrhaftig denken, sprechen und tun und wo wir diese Dinge auch im Außen schätzen: den handwerklich sauber hergestellten Schrank, das offene und ehrliche Wort eines Freundes, das Essen ohne Pestizide und diverse Zusatzstoffe.

Alles das basiert auf dem gleichen Wert, dem der Wahrhaftigkeit. Wir nennen es heute Authentizität. Ich bin für authentische Menschen. Menschen, die nach dem handeln, was sie sagen und die lauter im Herzen sind. Nicht laut und voller Chichi. Dann kann von Herz zu Herz eine gute Verbindung entstehen, wenn wir wahrhaftig sind und das erfüllt uns übrigens mit einer stillen, leisen und sehr, sehr guten Freude. Nichts brauchen wir mehr als Freude im Herzen in diesen Tagen.

Allen einen tatkräftigen Marstag. Die Abendstimmung hat Steffi festgehalten. DANKE dir dafür.

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